Fredelsloher Feldmarksgenossen gegen Wanderwege

Wandern im Weserbergland: Der Qualitätswanderweg XW, der auch durch den Landkreis Northeim führt, wurde bereits 2012 eingeweiht. Jetzt sollen weitere Rundwanderwege im Solling ausgewiesen werden. Foto: Weserbergland Tourismus/nh

Fredelsloh. Mit neuen Rundwanderwegen will der Landkreis Northeim den Tourismus fördern. Fredelsloher Landwirte heben diesen Plänen nun vorerst einen Riegel vorgeschoben.

Ausgewiesene Routen mit Infotafeln und Mobiliar an den Wegen sollen die Wanderer in die Sollingkommunen locken. Seit 2013 steht das Konzept, das jetzt auf die Umsetzung wartet.

Für Routen im Bereich des Töpferdorfs lehnte die Mehrheit der Feldmarksgenossen das Vorhaben ab. Als Eigentümer der Grundstücke, über die die Wege führen, müssten sie die Beschilderung und Ausweisung als Wanderwege gestatten. In den Kommunen Uslar, Dassel und Hardegsen konnten entsprechende Verträge dagegen bereits abgeschlossen werden.

Durchgehendes Wegenetz

„Für Fredelsloh als Touristenort ist das ein herber Rückschlag“, findet Reinald Wegner, Vorsitzender der Touristik-Information Fredelsloh, der an der Ausarbeitung des Konzepts für Fredelsloh beteiligt war. Schließlich solle mit dem Projekt ein durchgehendes Rundwanderwegenetz im Solling geschaffen werden.

Die Eigentümer, die in der Feldmarksgenossenschaft zusammengeschlossen sind, kritisieren, dass sie nicht in die Planung einbezogen wurden. Vor vier Jahren sei das Projekt einmal vorgestellt worden, berichtet Vorsitzender Stephan Bode. Jetzt sei man vor vollendete Tatsachen gestellt worden.

Zugleich stellt er klar, dass die Feldmarksgenossenschaft nicht strikt gegen das Projekt sei. Man sei durchaus bereit, über alles zu reden und mit offenen Karten zu spielen. In einer neuen Sitzung könnte der Beschluss dann revidiert werden.

„Viele befürchten, dass Wanderer bald mehr Rechte haben als die Eigentümer“, sagt Bode. Schließlich müssten die Landwirte die Wege auch weiterhin mit großen landwirtschaftlichen Maschinen nutzen können, ohne dass Wanderer den Weg blockieren und Hunde vor die Maschinen laufen.

Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte hofft, dass sich die Wogen glätten lassen und will das Gespräch mit den Beteiligten suchen. Schließlich muss die Kommune mit den betroffenen Eigentümern die Gestattungsverträge abschließen. „Rundwanderwege, auf denen sich Touristen gut zurecht finden, können für die Region nur positiv sein“, sagt sie.

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