Neuer Entwurf des Flächennutzungsplans

Gegner üben weiter Kritik an Thema Windkraft in Moringen 

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Moringen. Die Diskussionen um potenzielle Vorrangflächen zur Nutzung von Windenergie nehmen in Moringen kein Ende.

In der nächsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Planung und Bau geht es um die Vorberatung über die Änderung des Entwurfs des Flächennutzungsplanes (F-Plan), bevor dieser öffentlich ausgelegt wird.

Doch im Vorfeld hagelt es einmal mehr Kritik von Seiten der Windkraftgegner. Laut einer Pressemitteilung der Bürgerinitiative (BI) Böllenberg bestehe bei der Windenergieplanung „erheblicher Anlass zur Sorge, dass es dabei nicht mit rechten Dingen zugeht“, heißt es in der Mitteilung. Die BI droht damit, die Kommunalaufsicht einzuschalten, „um Schaden von den Bürgerinnen und Bürgern in Moringen abzuwenden.“

Die Initiative habe dem externen Gutachterbüro, dass sich derzeit mit den Planungen des F-Plans beschäftigt, vorgeschlagen, „mögliche Flächen nördlich des Espoler Fernsehturms zu untersuchen.“ Diese Anregung sei jedoch mit dem Argument zurückgewiesen worden, die dortigen Flächen seien außerhalb des Moringer Gemeindegebiets.

Waldflächen nicht erlaubt

„Diese Aussage ist aufgrund einer missverstandenen Ortsbeschreibung im Abwägungsentwurf entstanden“, erklärte Heike Müller-Otte auf HNA-Nachfrage. Die offensichtlich betroffene Fläche liege tatsächlich innerhalb des Stadtgebiets. Jedoch handele es sich hier um eine Waldfläche, die nach niedersächsischem Recht von Windenergieanlagen freizuhalten ist.

„Der Wald darf grundsätzlich nur in Anspruch genommen werden,wenn keine sogenannten Offenlandflächen zur Verfügung stehen. Dies ist jedoch durchaus der Fall, wie der Entwurf des F-Plans zeigt“, so Moringens Bürgermeisterin.

Weiter prangert die BI Böllenberg an, dass die Planungen auch sonst nicht von hoher Qualität seien. So setze man sich „mit den Vogelschutzbelangen nicht abschließend auseinander“ und wolle diese erst in späteren Genehmigungsverfahren klären. Ein bereits bestehendes Urteil des Göttinger Verwaltungsgerichts vom 9. März 2006 ignoriere das Planungsbüro einfach.

Entwurf des F-Plans: Die dunkelblau eingefärbten Flächen sind die derzeit bevorzugten Potenzialflächen der Moringer Stadtverwaltung.

„Der Entwurf des F-Plans setzt sich bereits ausführlich mit dem Thema der avifaunistischen Untersuchungen auseinander, umfangreiche Kartierungsergebnisse wurden ausgewertet“, widerspricht Müller-Otte der Bürgerinitiative. Die Betrachtung der Vogelwelt könne sich aus der Natur des F-Plans heraus jedoch nur auf eine flächenbezogene Beurteilung der Avifauna beschränken. Erst im konkreten Einzelverfahren erfolge eine weitergehende standort- und anlagenbezogene Untersuchung der örtlichen Gegebenheiten.

„Der derzeit im Bauausschuss vorbereitete Beratungsschritt schließt noch nicht mit einem abschließenden Ergebnis“, erklärt Heike Müller-Otte die nächsten Verfahrensschritte.

Erst durch den Ratsbeschluss werde der nächste Schritt, die öffentliche Auslegung des Entwurfes des F-Plans, eingeleitet. „Hier hat dann erneut jeder Bürger Gelegenheit, Anregungen und Bedenken gegen die Planung vorzubringen.“

Der neue Entwurf des F-Plans

Darum geht es in der nächsten Sitzung: Die Flächen E, F, G und L (Grafik) zeigen die derzeit bevorzugten Potenzialflächen der Moringer Stadtverwaltung für Windenergie. Fläche F „Böllenberg“ ist mit 57,98 Hektar die größte Potenzialfläche., gefolgt von G mit 38,24 Hektar. Die Flächen E und L schlagen mit 23,27 und 23,18 Hektar zu Buche. Gemeindeübergreifende Windenergie -Standorte könnten die Flächen E (Stadt Northeim) und L (Stadt Hardegsen) bilden. Keine Rolle spielen im neuen Entwurf die Flächen H, I, J und M. Hier handelt es sich um entfallene Potenzialflächen, die im Vorentwurf des F-Plans enthalten waren.

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