Pastoren erhalten Ehrung für Engagement um KZ-Gedenkstätte

Bundes-Orden für Hickmann und Haardt

Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zeichnet Wolf-Dieter Haardt (links) und Manfred Hickmann mit dem Verdienstkreuz am Bande für ihr Engagement um die KZ-Gedenkstätte aus.
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Ordensverleihung: Landrätin Astrid Klinkert-Kittel zeichnet hier Manfred Hickmann mit dem Verdienstkreuz am Bande für ihr Engagement um die KZ-Gedenkstätte aus. Auch Wolf-Dieter Haardt bekam den Orden.

Wolf-Dieter Haardt aus Katlenburg-Lindau und Manfred Hickmann aus Göttingen haben das Bundesverdienstkreuz bekommen.

Bekam das Bundesverdienstkreuz: Wolf-Dieter Haardt aus Katlenburg-Lindau

Wolf-Dieter Haardt und Manfred Hickmann sind für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement für die geschichtliche Aufarbeitung des Nationalsozialismus im Landkreis Northeim und hier für die Aufarbeitung der Geschichte der ehemaligen Konzentrationslager Moringen ausgezeichnet worden.

Die Ordensverleihung sollte bereits im April im Rahmen einer größeren Feierstunde im Familien- und Freundeskreis vorgenommen werden. Doch dann hatte dies die Corona-Pandemie nicht mehr zugelassen. Klinkert-Kittel hat die Ordensverleihung nun im Kreishaus im kleinsten Kreis vorgenommen.

Wolf-Dieter Haardt war von 1973 bis 1989 in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Moringen tätig. Anschließend wechselte er zu den Kirchengemeinden Elvershausen und Berka. Bis zu seinem Ruhestand im Jahr 2010 nahm er Aufgaben des Kirchenkreisjugendpastors wahr und war als Notfallseelsorger und stellvertretender Superintendent im ehemaligen Kirchenkreis Northeim tätig.

Nach seinem Dienstantritt in der Kirchengemeinde wurde Haardt bekannt, dass zwischen den Jahren 1933 und 1945 in Moringen drei Konzentrationslager existierten. „Sie haben als treibende Kraft in den 70er- und 80er-Jahren die über viele Jahre verdrängte Geschichte der Moringer Konzentrationslager in Erinnerung gerufen“, würdigte Landrätin Klinkert-Kittel Haardts Engagement.

Er habe viel dazu beigetragen, der Verdrängung des Geschehenen entgegenzuarbeiten und die Ereignisse der örtlichen Konzentrationslagergeschichte in der Bevölkerung aufzuarbeiten. Insbesondere habe er in denen von ihm gegründeten Jugendgruppen und bei Fahrten mit Jugendlichen in das ehemalige Konzentrationslager Auschwitz darüber gesprochen. Daneben begann Haardt die Moringer Friedenswochen auszurichten. Eine Initiative für Frieden und Versöhnung, an der hunderte – überwiegend junge – Menschen teilnahmen.

1979 erhielt Haardt dann Unterstützung von Manfred Hickmann. Hickmann war von 1979 bis 1996 Geistlicher in Moringen und hat sich mit gleicher Entschiedenheit für die Aufarbeitung der örtlichen Geschichte eingesetzt.

Durch die von Haardt und Hickmann organisierten jährlichen Gedenkfeiern ehemaliger Häftlinge der Konzentrationslager sei den Zeitzeugen ein Wiedersehen mit ehemaligen Freunden und Weggefährten ermöglicht worden.

1983 hat Hickmann mit der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit die von Hannah Vogt verfasste erste Dokumentation über die drei Moringer Konzentrationslager herausgegeben. Haardt hat zudem einen Fachaufsatz: „Was denn, hier in Moringen?! – Die Suche nach einem vergessenen KZ“ in Detlef Grabe’s: „Die vergessenen KZs? Gedenkstätten für die Opfer des NS-Terrors in der Bundesrepublik“ veröffentlicht.

1989 wurde der Verein „Lagergemeinschaft und Gedenkstätte Konzentrationslager Moringen“ gegründet in dem Hickmann einige Zeit den Vereinsvorsitz wahrnahm.   

(von Rosemarie Gerhardy)

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