Intensive Gespräche mit Zuschauern

Der halbe Mann: Buchautor Florian Sitzmann beeindruckt

Premiere in Schnedinghausen: „Der halbe Mann“ Florian Sitzmann bei seinem erstmaligen Auftritt mit Showhund Lili (rechts unten). Foto:  Niesen

Schnedinghausen. Mit einer munteren Lesung war jetzt Buchautor Florian Sitzmann zu Gast in der Literaturkirche Schnedinghausen

Der Buchautor Florian „Flo“ Sitzmann („Der halbe Mann“) erlebte bei seinem Auftritt in der Literaturkirche Schnedinghausen gleich zwei Premieren: Neben seinem Rollstuhl kuschelte sich die schwarz-weiße Mischlingshündin Lili ein und das Moringer KGS-Schüler-Jazz-Trio mit Fabio Trebini (Klavier), Leon Diekgerdes (Tuba) und Lukas Weiglein (Cachon) erhob er zu seiner Band: „Die Band“.

„Die Band“ betonte er dabei in gleicher Weise wie John Belushi alias „Jake“ in dem Kultfilm „Blues Brothers“ (1980). Das war der kleine Running Gag am Rande. Und zwischendurch kraulte er seinen kleinen Showhund. „Den hatte ich noch nie.“

So entwickelte sich in der proppenvollen Marienkapelle ein munterer Nachmittag in einer Mischung aus Betroffenheit, Aha-Erlebnissen und den Momenten, wo das Behindertensein keine Rolle spielte oder wie der 38-Jährige nach seinem Auftritt sagte: „Ich wünsche mir auch, über die ganz normalen Themen wie beispielsweise Frauen oder Autos sprechen zu können.“

Bekannt wurde Sitzmann durch seine Bücher „Der halbe Mann - Dem Leben Beine machen“ und „Bloß keine halben Sachen - Deutschland, ein Rollstuhlmärchen“ sowie zahlreiche Auftritte in Talkshows und anderen Fernsehauftritten unter anderem bei Hirschhausen und Lanz.

Authentisch 

So wie sich der Vater der siebenjährigen Emily im TV gibt, kam er auch in Schnedinghausen rüber: authentisch, nichts beschönigend und dabei mit jener Portion Schlagfertigkeit und Humor ausgestattet, die eine Botschaft mit bestem Entertainment paaren. So berichtete er über seinen schrecklichen Unfall, als er als 15-Jähriger beide Beine verlor, gerade so eben dem Tod von der Schippe sprang, sich nach einer langen Rehazeit („mit Grausen“) wieder ins Leben zurückkämpfte, wie er mit den kleinen und großen Benachteiligungen/Rücksichtslosigkeiten/Befangenheiten umgeht und wie er heute als gefragter Mann durch Deutschland tourt.

Eigentlich sollte die Lesung nach einer Stunde zu Ende sein. Doch daraus wurde nichts. Erst nach der doppelten Zeit war Schluss: So intensiv kamen Autor und Zuhörer ins Gespräch. Inzwischen bereitet Florian Sitzmann sein drittes Buch vor: Doch wie er es füllt, verriet er noch nicht. (zhp)

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