Hans Hennig aus Moringen feiert seinen 100. Geburtstag

Rüstiger Jubilar: Hans Hennig feiert heute seinen 100. Geburtstag. Foto: Niesen

Moringen. Wenn der Moringer Hans Hennig ins Erzählen kommt, mag man gar nicht glauben, dass er am Samstag, 4. April, seinen 100. Geburtstag feiert.

Humorvoll, sprühend und witzig berichtet Hennig aus seinem Leben. Bis vor eineinhalb Jahren wohnte der Jubilar noch alleine in der Moringer Wasserstraße. Dann zwangen ihn Krankheiten, zu seiner Tochter und seinem Schwiegersohn, Sigrid Fischer-Trageser und Günter Trageser, in den Birkenweg zu ziehen.

Seine alte Heimat Wasserstraße nennt der gesellige Jubilar mit einem verschmitzten Lächeln den „Kurfürstendamm Moringens“. Gerne hat er dort regelmäßig mit Nachbarn und Freunden gefeiert und einmal tatsächlich das Straßenschild gegen eines mit dem Namen des berühmten Berliner Boulevards getauscht.

In der Wasserstraße fand Hans Hennig nach dem Zweiten Weltkrieg auch sein privates Glück. „Ein halbes Jahr, nachdem ich aus der Kriegsgefangenschaft nach Moringen gekommen war, war ich unter der Haube.“ Über 62 Jahre war er verheiratet. Zwei Kinder zog das Ehepaar groß. Drei Enkel und die kleine, gerade erst fünf Monate alte Gianna als Urenkelin werden Hans Hennig gratulieren.

Seine Geschichten und Anekdoten aus den vergangenen Jahrzehnten sind unerschöpflich. Beispielsweise, als er 1957 in Göttingen als Komparse mit Pferd in der Komödie „Der tolle Bomberg“ mit den Schauspiellegenden Hans Albers, Harald Juhnke und Gert Fröbe mitspielte.

Die Zuneigung zu Pferden entwickelte der in Groß Keylau geborene Mann in Ostpreußen. Dort bewirtschafteten seine Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb. Mit 18 wurde er ins 1. Kavallerieregiment in Tilsit aufgenommen. Als Pferdepfleger erlebte er 1936 die Olympischen Spiele in Berlin. Als Kavallerist überstand er den Beginn des Zweiten Weltkriegs und als Artillerist überlebte er den Kessel von Stalingrad, kehrte 1948 aus der Kriegsgefangenschaft zurück.

Über seinen inzwischen im Sozialministerium in Hannover arbeitenden Bruder erhielt er nach der Entlassung aus der Gefangenschaft eine Stelle im damaligen Werkhaus in Moringen, das heute als Maßregelvollzugszentrum dient.

In seiner neuen Heimat pflegte er seine Passion für Pferde im Reitverein und als „Hochzeitskutscher von Moringen“, wie er scherzend sagt. An seinem Jubiläumstag spielen die stolzen Vierbeiner ebenfalls eine Rolle: Zur Feier im Gasthaus Albrecht in Thüdinghausen wird der Jubilar mit einer Kutsche abgeholt. Und sein Rezept für ein langes Leben? „Viel arbeiten, neugierig aufs Leben sein und ab und zu eine Zigarre.“

Von Hans-Peter Niesen

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