Herzstillstand überlebt: Nörtener dankt seinen drei Rettern

Wurden für ihren beherzten Einsatz ausgezeichnet: Hier ist von links Heinz-Albert Rümenapp mit seinen Rettern Wolfgang Gerling, Susanne Wollenweber-Breme und Philipp Eicke sowie Bürgermeisterin Heike Müller-Otte zu sehen. Foto: Schwekendiek

Moringen. Im Restaurant erlitt Heinz-Albert Rümenapp einen Herzstillstand. Drei Gäste reagierten sofort - und retteten ihm das Leben. Für diesen Einsatz wurden sie jetzt geehrt.

Eigentlich sollte es ein fröhliches Weihnachtsessen werden. Mit der Familie und Freunden traf sich Heinz-Albert Rümenapp am 20. Dezember 2014 in einem Gasthaus in Thüdinghausen (Landkreis Northeim). Doch dann kam alles anders. Der damals 68-Jährige erlitt aus heiterem Himmel einen Herzstillstand, sackte plötzlich zusammen. „Ich war quasi tot“, erinnert er sich.

Dass er heute von diesen Erlebnissen berichten kann, hat Heinz-Albert Rümenapp drei Menschen zu verdanken, die ohne zu zögern handelten. Sofort begannen sie mit der Herz-Lungen-Wiederbelebung und retteten dem Nörten-Hardenberger damit das Leben. Hätten sie auf den Rettungsdienst gewartet, wären seine Überlebenschancen gleich Null gewesen.

Für diesen beherzten Einsatz wurden Susanne Wollenweber-Breme (Einbeck), Philipp Eicke (Göttingen) und Wolfgang Gerling (Northeim) jetzt im Namen des niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius geehrt. Moringens Bürgermeisterin Heike Müller-Otte überreichte ihnen stellvertretend eine Belobigungsurkunde für ihren tatkräftigen Einsatz und die Rettung eines Menschen aus Gefahr.

„Ich habe gar nicht lange nachgedacht, sondern einfach gehandelt“, erinnert sich Susanne Wollenweber-Breme. Als Kinderärztin habe sie sofort gewusst, was zu tun sei, wenngleich sie noch nie zuvor einen Menschen wiederbeleben musste.

Auch Philipp Eicke und Wolfgang Gerling saßen an diesem Abend im Restaurant. Eicke hatte viele Jahre zuvor im Rettungsdienst gearbeitet, Gerling ist Schwimmmeister. Beide erkannten sofort die Gefahr. „Schon nach wenigen Minuten ist das Gehirn durch den Sauerstoffmangel irreparabel geschädigt“, erklärt Eicke. Bis zum Eintreffen des Rettungsdienstes hielten sie mit der Herz-Druckmassage den Kreislauf aufrecht.

„Obwohl wir uns nicht kannten, hat die Rettungkette sehr gut funktioniert“, sagt Gerling. In einer ähnlichen Situation würden alle drei jederzeit wieder so handeln.

Schon nach wenigen Tagen auf der Intensivstation kam Heinz-Albert Rümenapp wieder zu sich. „Ein helles Licht oder was sonst so über Nahtod-Erfahrungen berichtet wird, habe ich nicht gesehen“, sagt er und lacht. Nach seiner Genesung setzte er alle Hebel in Bewegung, um sich bei seinen Rettern zu bedanken. „Es war gar nicht so einfach, herauszufinden, wer damals dabei war.“

Als er in der Praxis von Susanne Wollenweber-Breme anrief, habe sie sofort gewusst, wer am Apparat war. „Es ist einfach toll zu sehen, dass es ihm jetzt wieder so gut geht“, sagt sie. Er sei einfach froh und dankbar, dass es Menschen gebe, die sich ohne zu zögern für andere einsetzen, bedankte sich Rümenapp bei der Feierstunde erneut.

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