Sorge um Natur und Umwelt

Forderung nach bundeseinheitlichem Gesetz: Jäger fürchten um Rechte

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Gemeinsam am Dach der Jagd in Deutschland bauen: Als Symbol dafür übergab der Vorsitzende des Deutschen Jagdverbandes, Hartwig Fischer (links) an den Northeimer Jägerschaftsvorsitzenden Ralf Rahnert einen Dachziegel mit dem DJV-Logo. 

Moringen. Ja zu Änderungen am Jagdrecht, aber wissensbasiert und praxisorientiert – mit dieser Maxime wandte sich der Präsident des Deutschen Jagdverbandes (DJV), Hartwig Fischer (Göttingen) bei der ersten jagdpolitischen Herbstversammlung der Northeimer Jägerschaft in der Stadthalle Moringen gegen von Ideologie geprägte Veränderungen des gesetzlichen Rahmens für die rund 300 000 Jäger in Deutschland aus.

Vor rund 150 Gästen, darunter die niedersächsische Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (SPD), der SPD-Bundestagsabgeordnete Wilhelm Priesmeiser und die Vorsitzenden der Fraktionen von SPD, CDU und FDP im Northeimer Kreistag, Martin Wehner, Heiner Hegeler und Irnfried Rabe, bemängelte Fischer, dass es kein vernünftiges Bundesjagdgesetz mehr gebe. Die Länder würden unterschiedliche Voraussetzungen für die Jagdausübung schaffen, und die Aushöhlung des Jagdrechts drohe, mit weitreichenden Folgen für Jäger, Natur und Eigentümer von Grund und Boden.

Sorgen um Genossenschaften

Ein Beispiel dafür seien Bestrebungen, dass es in Zukunft nicht nur natürlichen Personen gestattet werden solle, die Jagd auf ihren Flächen zu untersagen, sondern auch juristischen Personen. „Damit wäre das System der Jagdgenossenschaften beendet“, fürchtet Fischer. In diesen Genossenschaften sind kleinere Grundeigentümer organisiert, die das Jagdausübungsrecht verpachten.

Bleifreie Munition

Als weiteres Beispiel nannte er die Streichung von jagdbaren Tierarten und die Zusammenstreichung von Jagdzeiten. Kritikpunkt ist für ihn zudem die unterschiedliche Handhabung bei der Einführung von bleifreier Munition, um den Gesamteintrag von Blei in die Umwelt zu verringern. Ohne Übergangsfristen funktioniere dies nicht, weil Erfahrungen fehlten und die Umstellung Zeit erfordere.

Gänse und Enten

Der zweite Gast des Abends, der Nordhorner Landtagsabgeordnete Gerd Will (SPD), der Gründungsmitglied der Waidgenossen Niedersachsen ist, einem Initiativkreis sozialdemokratischer Jäger, kündigte an, dass es in dieser Legislaturperiode noch zwei Novellen des Landesjagdgesetzes geben werde.

In der einen gehe es um die Verkürzung von Jagdzeiten auf Gänse und Enten, vor allem in küstennahen Schutzgebieten. Sie sollen in Zukunft vom 1. August bis 30. November jagdbar sein. Im Schadensfalle könnten die Landkreise als Untere Jagdbehörde auch Ausnahmen bis zum 15. Dezember genehmigen. Damit würden internationale Vorgaben umgesetzt.

In der zweiten Änderung gehe es um die Aufhebung des Schalldämpferverbots als Gesundheitsschutz für berufliche Jagende, die Einführung eines jährlichen Schießnachweises und um die generelle Einführung der bleifreien Munition. „Dabei müssen wir über das Wie reden.“ (zhp)

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