Autounfall überlebt

(Wild)Schwein gehabt: Jägerin zieht Tierbaby auf

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Kleines Schwein mit großem Glück: Neun Frischlinge starben am Donnerstag bei einem Autounfall. Jetzt kümmert sich Andrea Kinas um eins der Tierkinder, das durch den Unfall von seiner Rotte getrennt wurde.

Moringen. Etwa vier Wochen ist das Baby-Wildschwein alt, das Dramatisches erlebt hat. Wie Wildschwein-Mama Andrea Kinas den süßen Frischling aufpäppelt, lesen Sie hier.

Bei einem Unfall auf der Bundesstraße zwischen Hardegsen und Moringen fuhr eine Autofahrerin frontal in seine Rotte. Neun Frischlinge wurden getötet. Die Autofahrerin blieb unverletzt.

Während die Bache mit einigen Jungtieren das Weite suchte, blieb eins der Frischlinge unverletzt zurück. Mit Glück gelang es dem zuständigen Jäger, das Tier einzufangen. Jetzt versucht Andrea Kinas aus Moringen, das kleine Wesen aufzupeppeln. Sie ist ebenfalls Jägerin und hat bereits Erfahrung im Aufziehen von Wildtieren.

„Die ersten zwei, drei Tage sind kritisch“, erklärt sie. Schließlich müsse das Tier jetzt eine Nahrungsumstellung verkraften und sich an eine völlig neue Umgebung gewöhnen. „Wenn es die ersten Tage geschafft hat, sind die Überlebens-Chancen sehr gut.“

Alle zwei Stunden das Fläschchen

Alle zwei Stunden bekommt das kleine Wildschwein ein Fläschchen mit spezieller Aufzuchtmilch für Lämmer - auch nachts. „Da muss die ganze Familie mithelfen“, sagt Kinas. Gemeinsam hat die Familie schon mehrere verwaiste Tierbabys aufgezogen, unter anderem einen Frischling und ein Rehkitz.

Ans Auswildern sei bei einem Frischling nicht zu denken, wenn er erst einmal an Menschen gewöhnt sei, erklärt die Moringerin. „Nach ein paar Tagen sind wir die neue Rotte. Dann sieht das Tier den Menschen nicht mehr als Feind.“ Auch an die beiden Hunde der Familie werde es sich schnell gewöhnen, ist sie sicher.

Pappkiste ist derzeit das Zuhause

Bis der Frischling den Schock und die Trennung von seiner Rotte überwunden hat, lebt er vorerst in einer großen Pappkiste mit Stroh im Gäste-Badezimmer. Doch schon bald soll er eine Voliere im Garten der Familie beziehen.

Für immer bleiben wird das kleine Schwein, das vermutlich ein Weibchen ist, jedoch nicht. Da eine fremde Rotte den Frischling nicht akzeptieren würde, hofft Kinas, dass er bei Privatleuten zum Beispiel in einem Streichelzoo unterkommt. „Er ist dann so auf Menschen fixiert, dass er keine Angst vor ihnen hat - wie bei einem Hund“, sagt sie und fügt hinzu: „Hätten wir einen Bauernhof, würde ich ihn ja selbst behalten.“

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