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Bald riesige Photovoltaik-Flächen auf der Weper bei Moringen?

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Von: Hans-Peter Niesen

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Südlich des beliebten Ausflugsziel Brockenblick mit seiner Schutzhütte bis zur Deponie Blankenhagen (im Dunst ist der aufgeschüttete Abfallhügel schwach zu erkennen) sollen die Äcker im großen Stil mit Photovoltaik bebaut werden. Die andere Teilfläche liegt südlich des Schweinestalls an der Nienhagener Straße.
Südlich des beliebten Ausflugsziel Brockenblick mit seiner Schutzhütte bis zur Deponie Blankenhagen sollen die Äcker im großen Stil mit Photovoltaik bebaut werden. © Hans-Peter Niesen

Ein Investor möchte auf der Weper Photovoltaik-Anlagen im großen Stil bauen. Geplant sind die Anlagen auf der der Stadt Moringen zugewandten Seite des Höhenzugs.

Moringen – Mit dieser Nachricht überraschte Christian Höltje (GMV) die Mitglieder des Moringer Bauausschusses in ihrer ersten Sitzung des Jahres in der Stadthalle Moringen. Infrage kommen dafür nach seinen Angaben Potenzialflächen in einer Größenordnung von rund 100 Hektar. Der Investor habe die Landeigentümer inzwischen angeschrieben und gefragt, ob sie Interesse an einer Bebauung haben.

Das dürfte bei den meisten Eigentümern der Fall sein, vermutet Höltje. Realisiert werden soll das Projekt, wenn wenigstens 30 bis 40 Hektar der Ackerflächen bebaut werden könnten.

Höltje, von Beruf Landwirt mit Flächen auf der Weper, war ebenfalls von dem Investor angeschrieben worden. Er habe den Eindruck, dass die Eigentümer nicht abgeneigt seien, auf das Vorhaben einzugehen. „Der Trend geht wohl dorthin“, so Höltje. Ein Argument neben den regelmäßig zu erwartenden Einnahmen sei, dass die dortigen Äcker nicht sonderlich ertragreich seien. Außerdem würde die Stadt an den Einnahmen beteiligt werden.

Höltje: „Die meisten Äcker haben um die 40 Bodenpunkte, ein kleiner Bereich auch 60.“ Die Bodenpunkt-Skala reicht von 0 für sehr schlecht bis 100 für sehr gut. Das infrage kommende Gebiet wird im Norden von der Alten Nienhagener Straße begrenzt, geht in Höhe des Schweinestalls Richtung Süden und reicht im Westen bis auf die erste Anhöhe zwischen den beiden dortigen Waldstücken. Im Süden endet das Gebiet an der Mülldeponie Blankenhagen.

Während im Westen der Wald die Grenze bildet, fasert das Gebiet im Osten etwas aus. Die östliche Begrenzung liegt in Höhe der großen Streuobstwiese. Sie selbst gehört aber nicht dazu, ebenso der nördlich davon liegende Acker und die Flächen hoch bis zum Wald, die quasi als Grünschneise für Hase, Fuchs und Reh zwischen den beiden PV-Bereichen dienen sollen. So sieht es die bisherige Planung vor.

Die Moringer Stadtverwaltung zeigte sich in der Ausschusssitzung von der Nachricht überrascht. Weder bei Bürgermeisterin Heike Müller-Otte noch bei Bauamtsleiter Claus Stumpe waren die Pläne bis zu diesem Zeitpunkt bekannt, teilten sie mit. Bei dem Investor soll es sich um denselben handeln, der auch entlang der Autobahn bei Höckelheim Photovoltaik-Anlagen errichten möchte (HNA berichtete).

Weil die Nachricht so neu ist, gab es im Ausschuss auch noch kein Votum zu diesen Plänen. Die Diskussionen liefen nach Ende der Sitzung jedoch sofort auf Hochtouren. Argumente dafür und dagegen wurden hin- und hergeworfen. Sie reichten von Zustimmung, weil man angesichts der Energiekrise etwas tun müsse, bis zur Ablehnung, weil es sich bei den Flächen um Moringens wichtigstes Naherholungsgebiet handele. Bedenken gab es auch aus Naturschutzgründen wegen des dortigen Rotmilanvorkommens. Den unter Naturschutz stehenden Greifvögeln würde Jagd- und Lebensraum entzogen, hieß es.

Ein anderer Diskussionsteilnehmer meinte, erst sollten möglichst alle Dachflächen mit Photovoltaik bepflastert werden, bevor der Nahrungsmittelproduktion Flächen entzogen würden. Eine weitere Befürchtung war, dass die Kollektoren bei bestimmter Sonneneinstrahlung zu sehr spiegeln könnten.

Zustimmung hatten zuvor die Pläne eines Landwirts aus Nienhagen gefunden, auf der Weper 2,7 Hektar mit Photovoltaik zu bebauen (HNA berichtete). (zhp)

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