Broschüre soll aufklären

Kanäle durch Hygieneartikel immer häufiger verstopft - Video zeigt Reinigung

Moringen. Weil in vielen Haushalten in der Toilette entsorgt wird, was dort nicht hinein gehört, kommt es immer wieder zu Verstopfungen. Eine Broschüre soll jetzt aufklären.

Abwassermeisterin Karin Köps schüttelt oft nur den Kopf über die Sachen, die über das Abwasser in der Kläranlage Moringen ankommen. Neben kuriosen Fundstücken wie Handys oder Aschenbechern landen vor allem immer mehr Hygieneartikel wie Binden oder Feuchttücher im Rechen der Anlage.

Das kann schnell zum Problem werden: „Es häuft sich, dass Kanäle verstopfen, weil Gegenstände in die Toilette geworfen werden, die dort nicht hingehören“, sagt Köps. Kommt es zu einer Verstopfung, muss ein spezieller Spülwagen angefordert werden, der die Leitungen mit Hochdruck wieder frei spült.

Das kostet zwischen 100 und 200 Euro pro Einsatz. In diesem Jahr war eine solche Maßnahme in Moringen bereits vier Mal notwendig. „Das ist viel, weil es einfach nicht sein muss“, sagt Köps. Wenn jeder Haushalt darauf achten würde, was in die Toilette geworfen wird, könnte man sich viel Arbeit und Kosten sparen. „Einen Mülleimer ins Bad zu stellen, ist wirklich kein großer Aufwand“, sagt Köps.

Darüber hinaus wünscht sie sich, dass beim Spülen trotz aller Sparsamkeit ausreichend Wasser benutzt wird, um Überreste mit genug Druck in die Kanäle zu spülen. Auch solle man darauf verzichten, Küchenabfälle in der Toilette zu entsorgen.

„Wir holen immer wieder ganze Fettklumpen aus den Kanälen.“ Nicht nur die Kanäle leiden darunter: Das Fett kann die Pumpen verstopfen, größere Objekte können Schäden an der Kläranlage verursachen. Zudem steigt durch mehr feste Objekte im Abwasser, die herausgefischt werden müssen, die Menge des Mülls.

44 Tonnen Abfall mussten im Jahr 2015 von der Kläranlage in Moringen entsorgt werden. Dabei bedeutet mehr Müll zusammen mit Spül- und Wartungsmaßnahmen auch höhere Kosten. „Diese werden im Zweifel über die Abwassergebühren an die Haushalte zurück gegeben“, erklärt Köps.

Um die Kosten in Zukunft zu senken und Probleme in den Kanälen und in der Kläranlage zu verhindern, hat die Stadt eine Broschüre herausgegeben, in der in mehreren Sprachen erklärt wird, was in die Toilette gehört und was nicht. Die Broschüre liegt im Rathaus aus und kann dort mitgenommen werden. Darüber hinaus soll in Schulen und Kindergärten schon das richtige Verhalten gezeigt werden.

Was darf in die Toilette?

Die Stadt Moringen klärt in einer Broschüre darüber auf, was in die Toilette gehört und was nicht. In die Toilette gehören nur menschliche Ausscheidungen und Toilettenpapier. In der Mülltonne müssen folgende Dinge entsorgt werden: Speisereste, Speisefette und -öle, Hygieneartikel, Feuchttücher Zigarettenkippen, andere feste Abfälle und Medikamente Diese Dinge müssen gesondert entsorgt werden: Batterien, chlorhaltige und ätzende Putz- und Reinigungsmittel, Altöl, Chemikalien, Farben und Lacke und mehr, gemäß Produktinformation.

Rubriklistenbild: © Brück

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