Kaum noch Fichten im Wald

Aufforstung nach Sturmschäden und Käferbefall notwendig

Moringens Forstamtsleiter Jonas Fürchtenicht plant die Aufforstung von insgesamt 3,7 Hektar oberhalb der Ducksteinquelle.
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Stürme, Borkenkäfer und Trockenheit haben dem Wald in Moringen zugesetzt: Jetzt wachsen hier nur noch Büsche. Forstamtsleiter Jonas Fürchtenicht plant die Aufforstung von insgesamt 3,7 Hektar.

„Die Fichte ist so gut wie weg“, sagt der Moringer Forstamtsleiter Jonas Fürchtenicht, der auch für den Northeimer Stadtwald und die Forstgemeinschaft Hagenberg zuständig ist.

Er kümmert sich um circa 1700 Hektar Gesamtwald, in dem es bislang rund 18 Prozent Fichte gab.

Stürme wie Friederike haben die bereits aufgrund der Trockenheit vorgeschädigten Fichten umgeknickt, und damit dem Borkenkäfer ein ideales Verbreitungsgebiet geschaffen. In Moringen sind rund 60 Hektar Wald geschädigt, im Northeimer Stadtwald rund 50 Hektar und bei der Forstgemeinschaft Hagenberg sind laut Fürchtenicht sogar 120 Hektar geschädigt.

In Moringen sollen noch in diesem Jahr 3,7 Hektar aufgeforstet werden. In Northeim plant Fürchtenicht mit 9,5 Hektar, sofern die beantragten Fördergelder fließen.

Günstig ist eine Wiederaufforstung nicht. Für die 3,7 Hektar in Moringen oberhalb der Ducksteinquelle belaufen sich die Gesamtkosten auf knapp 80 000 Euro.

Ein Antrag auf Fördermittel für diese Aufforstung in Höhe von 43 500 Euro wurde bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestellt. Fürchtenicht hofft auf eine baldige Zusage, damit im Herbst mit den Pflanzungen begonnen werden kann.

Zunächst müssen aber die Fläche, die bereits verkrautet ist, abgeräumt und die steile Bergfläche gemäht werden, dafür fallen rund 6400 Euro an.

Die Fichte sei, so der Forstamtsleiter, eigentlich eine Hochgebirgsbaumart. Aufgrund der Klimaerwärmung komme sie nun in der Region nicht mehr klar. Ideal für den Standort eignen sich hingegen Traubeneiche und Hainbuche. Rund 33 000 Bäume – circa 30 bis 50 Zentimeter hoch – sollen hier gepflanzt werden. Um eine Bereicherung zu erreichen, sind auch etwa 100 Lärchen mit beantragt worden. Es wird aber auch erwartet, dass sich Birke und neue Fichten über Naturverjüngung ausbreiten.

Zudem wird es notwendig sein, einen Zaun zu ziehen, um die neuen Bäume vor Verbiss zu schützen. Eine Klappe wird aber Schwarzwild den Zugang ermöglichen. „Wildschweine lockern gut den Boden auf und sie fangen die Mäuse“, so Fürchtenicht. Die Kosten für Anpflanzung und Zaun werden mit 73 000 Euro veranschlagt.

In Northeim werden für die 9,5 Hektar rund neue 80 000 Bäume erforderlich. Hier sollen zusätzlich noch rund 30 Elsbeeren den Waldrand zieren.

Gesetz schreibt Wiederaufforstung vor

Im Niedersächsischen Gesetz über den Wald und die Landschaftsordnung ist die Wiederaufforstung verankert. Waldkahlflächen müssen, wenn sie innerhalb von drei Jahren nicht natürlich verjüngt wurden, wieder aufgeforstet werden. Ausnahmen sind wissenschaftliche Maßnahmen oder ökologische Gründe. Forstamtsleiter Jonas Fürchtenicht, hofft noch, dass sich auf den großen Kahlflächen seines Waldes die Natur von selbst verjüngt.

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