Kein Telefon und kein Internet im Dorf bei Moringen

Oldenrode hat seit Anfang Dezember Probleme mit dem Empfang

Ein Dorf auf der Suche nach Empfang: Die Einwohner von Oldenrode bei Moringen müssen in die Feldmark, um telefonieren oder im Internet surfen zu können.
+
Ein Dorf auf der Suche nach Empfang: Die Einwohner von Oldenrode bei Moringen müssen in die Feldmark, um telefonieren oder im Internet surfen zu können.

Die Wut ist groß in der 121 Einwohner zählenden Moringer Ortschaft, denn seit Anfang Dezember haben sie immer wieder Probleme mit dem Internetempfang, sind somit weder über Telefon, das internetbasiert läuft, noch per E-Mail oder Messenger-Programme erreichbar.

Oldenrode – Natürlich können sie auch nicht im Internet surfen oder arbeiten, was zu Zeiten von Homeschooling und Homeoffice für sie inakzeptabel ist.

18 Haushalte, zu denen 57 Personen gehören, darunter 15 Kinder, haben sich mehrfach bei der verantwortlichen Firma Goetel beschwert. Diese hat laut der Betroffenen vor circa vier Jahren einen Funksendemast installiert, womit das Dorf eine bessere Anbindung an das Internet erhalten hat.

„Die Telekom wollte in unserem Dorf nicht weiter ausbauen, hat uns sogar zur Kündigung geraten“, so Layle Rieseberg, eine der Beschwerdeführerinnen. „Somit gibt es für uns auch keine Alternative“, berichtet sie und äußert ihren Unmut über die Kommunikation mit der Firma Goetel, die selbst ein Einschreiben nicht fristgerecht beantwortet habe. Sie kritisiert auch den weiteren Schriftwechsel, weil nicht immer alle Betroffenen gleichermaßen Informationen erhalten hätten.

Allein im Dezember sei man in der Summe 14 Tage „von der Welt abgeschnitten“ gewesen, auch zu Weihnachten, sodass man nicht mit Verwandten hätte telefonieren können. Im Januar setzte sich die Serie der Totalausfälle an mindestens sieben Tagen fort.

Homeschooling in der Feldmark

Was das für die Goetel-Kunden bedeutet, macht Florian Falke klar: Notrufe können nicht abgesetzt werden, die Notfallknöpfe der Senioren würden nicht funktionieren, einige Firmen haben Probleme, mit ihren Kunden zu kommunizieren, der Lebenshof könne nur schwer die notwendigen Spenden einwerben und er selbst fahre mehrfach am Tag in die Feldmark, um die Aufgaben seiner Kinder auf sein Handy herunterzuladen, damit sie am Homeschooling teilnehmen könnten. Denn erschwerend kommt hinzu, dass Oldenrode auch im Funkloch der Mobilfunkanbieter liegt. Inzwischen wurde von den Anwohnern auch die Stadtverwaltung Moringen eingeschaltet. Bauamtsleiter Claus Stumpe: „Die Goetel hat zugesichert, dass die Angelegenheit jetzt Chefsache ist.“ Er hoffe, dass somit die Probleme bald vom Tisch seien, denn natürlich sei eine solche Situation unhaltbar.

Probleme mit dem Funkmasten

Die Goetel selbst begründet die Ausfälle am Solarsendemast in einem Anschreiben an die Betroffenen und auch auf HNA-Nachfrage mit verschiedenen Ursachen: „Es gab sowohl Ausfälle der Akkus durch fehlendes Sonnenlicht im Dezember/Januar, Lieferzeiten von Ersatzteilen (Akkus) sowie ein Tierbiss-Schaden im Januar. Grundsätzlich basierten die Situationen auf äußere Einflüsse, die nicht zu beeinflussen waren.“ Sie bietet den Kunden Gutschriften für den ausgefallenen Zeitraum an.

Die Kunden wollen der Argumentation jedoch nicht folgen, denn in den Vorjahren hätte es auch bei wenig Sonnenlicht Empfang gegeben. Ein ihnen zugesandtes Foto, das den Marderbiss am Kabel zeigen soll, halten sie für nicht glaubwürdig. Ihr Vertrauen in das Unternehmen ist getrübt.

Goetel hat im Dorf auch den Breitbandausbau übernommen. Dieser sei, so das Unternehmen, bereits abgeschlossen. Allerdings fehle noch die Anbindung an das Netz und den Glasfaserring. Die Anbindung erfolge über Thüdinghausen. Die Fertigstellung sei für Anfang des zweiten Quartals vorgesehen.

Auch sämtliche aufgrund des Ausbaus aufgetretenen Beeinträchtigungen der Oberflächen, die ebenfalls von den Anwohnern angemahnt wurden, würden vom beauftragten Generalunternehmen und in Absprache mit der Gemeinde beseitigt, verspricht das Unternehmen.

Ein Großteil der Aufbrüche sei schon wieder hergestellt, so Stumpe, es gebe noch einige Stellen, an denen die drei Zentimeter tiefe Feindecke fehle. Diese jetzt herzustellen sei witterungsbedingt nicht möglich, da mindestens sieben Grad erforderlich sind. (Rosemarie Gerhardy)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.