Spenden-Projekt „Kathi geht"

Gelähmte wandert für Orthese durch die Region

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Auf Tour: Kathi Karstedt (Mitte, hier mit zwei Begleiterinnen) sammelt auf ihrer Tour Spenden für die Neuro-Prothese.

Moringen. Der Plan von Kathi Karstedt lautet: 280 Kilometer durch die Region rund um Göttingen zu Fuß zurück legen und dabei Spenden für ihre Beinorthese sammeln.

Diese muss sie sich selbst kaufen, um eigenständig gehen zu können, denn ihre Krankenkasse übernimmt nicht die Kosten. Etwa 156 Kilometer hatte die inkomplett Querschnittsgelähmte, deren linkes Bein keine Muskelaktivität hat, am Freitag dann hinter sich gebracht, als sie am frühen Nachmittag am Sportplatz des Fußballclubs SV 07 Moringen ankam. Dort sammelte die Fußballjugend in einem Benefizspiel Spenden für das Projekt „Kathi geht“. Mit Kaffee, Kuchen und Gegrilltem kümmerten sich die Veranstalter mit Unterstützung von Rewe Gippert, der Fleischerei Nixdorf und der Familie Lining um das Wohl der Besucher.

Aktualisiert um 18.15 Uhr

Kathi Karstedt war dabei eine der Ersten auf dem Sportplatz. Trotz einer leichten Verletzung legte die Göttingerin bei nasskaltem Wetter die rund sieben Kilometer von Hevensen nach Moringen zügig zurück. Viele ihrer Strecken führen sie dabei zu Ortschaften, die sie schon immer mal besuchen wollte, so wie den Schulbauernhof in Hevensen. Obwohl sie bei ihrer jüngsten Wanderung umknickte, denkt Kathi nicht ans Aufhören: „Mich hält nichts auf!“, sagt sie mit Bestimmtheit. Und weil sie sich manchmal auch unterwegs verläuft, werden aus den geplanten 280 Kilometer eher 300 werden. An jeder Station sammelt Kathi Spenden für die rund 10.000 Euro teure Neuro-Orthese, mit der sie aufrecht gehen kann. Für ihr Wander-Projekt trägt sie eine Orthese, welche ihr von einem Göttinger Sanitätshaus zur Verfügung gestellt wurde. Wie hoch der Betrag auf ihrem Spendenkonto bereits ist, will Kathi nicht wissen. „Ich will das erst am Schluss erfahren“, sagt sie. „Was über die Kosten der Orthese hinaus an Spenden gesammelt wird, möchte ich weiter spenden.“ Im Blick hat sie dafür die Göttinger Hausärztliche Kinderkrankenpflege Kimbu.

Die Idee zu dem Projekt kam der 36-Jährigen, als sie zuhause auf der Couch saß. Nach einer Rückenmarks-Infektion verlor die Göttingerin die Fähigkeit, eigenständig zu gehen. Ihre Freundin Maike Mäusle aus Moringen ermunterte Kathi aber stets, trotz dieses Rückschlags aktiv zu bleiben: Kathi spielt so zum Beispiel Basketball im Rollstuhl. Aber sie wollte mehr leisten – und wieder gehen können. „Eigentlich dachte ich ursprünglich daran, durch ganz Deutschland zu wandern“, sagt Kathi lachend. Ihre Freunde überredeten sie dazu, erst einmal klein anzufangen. Die Hälfte hat sie geschafft, bis Mitte Juli wird sie durch die Region wandern. Am Mittwoch wird Kathi dann von Einbeck nach Northeim gehen.

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