Live-Stream-Event in Moringer Nest entsprach Corona-Verordnung

Stadt Moringen verteidigt Veranstaltung des Jugendzentrums

Symbolbild mit Blaulicht der Polizei und einem Polizeibeamten.
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Die Polizei hat eine Veranstaltung des Jugendzentrums in Moringen wegen eines angeblichen Verstoßes gegen die Corona-Verordnung beendet. Doch die Stadtverwaltung betont, dass alles rechtens war.

Von der Polizei wurde am Samstag eine Live-Stream-Veranstaltung einer Moringer Jugendeinrichtung beendet.

Moringen – Zudem wurden vier Ordnungswidrigkeitenverfahren gegen die volljährigen Akteure eingeleitet, da die Polizei davon ausgegangen ist, dass es sich um einen Verstoß gegen die Corona-Verordnung handelte (wir berichteten).

Jetzt teilt die Stadt Moringen in einer Presseerklärung mit, dass es sich nicht um einen solchen Verstoß gehandelt habe, da die aktuelle Corona-Verordnung Angebote der Jugendarbeit, der Jugendsozialarbeit und des erzieherischen Kinder- und Jugendschutzes von den Kontakt- und Abstandsregelungen explizit ausnehme (§2 Abs. 3 Satz 9).

Das Live-Stream-Musikevent im Jugendzentrum Nest hätte, so die Stadtverwaltung, mit Kenntnis des Jugendpflegers stattgefunden, um Jugendlichen und jungen Menschen in Coronazeiten ein wenig Jugendkultur nach Hause zu bringen. Für die Erstellung eines solchen Live-Streams sei neben technischem auch personeller Aufwand nötig. Diese Onlineevents sollen angesichts geschlossener Freizeiteinrichtungen, Diskotheken, Jugendtreffs ein wenig Abwechslung für junge Leute bringen. Keineswegs handelte es sich bei der im Jugendzentrum durchgeführten Veranstaltung um eine Art „Party“ mehrerer junger Menschen, sondern um ein professionelles Live-Stream-Event, wie es auch andere Veranstalter anböten. Das Event wurde, so die Stadt in ihrer Erklärung, von DJs einer lokalen Veranstaltungsfirma ehrenamtlich auf die Beine gestellt.

Weiter hätten die jungen Menschen ihre professionelle Hilfe schon bei anderen Aktionen eingebracht wie dem Unplugged Konzert in Moringen, dem Christmas-Party-Live-Stream mit der DLRG, dem Backstream oder auch dem Weihnachten vor 100 Jahren im Adventsprogramm für Kinder. Die Coronaverordnung sehe Regelungen genau für solche Aktionen der Jugendarbeit und Jugendkulturarbeit ausdrücklich vor und decke sie. Die Verordnung sei in ihren Einzelheiten leider nicht jedem geläufig, weshalb es wohl letztlich zur Meldung und Anzeige gekommen sei. Die Jugendpflege Moringen habe deshalb bereits mit dem Landkreis Northeim Kontakt aufgenommen, um den Sachverhalt entsprechend zu klären. Bei den zukünftig geplanten ähnlichen Aktionen werde den Beteiligten zudem ein Bestätigungsschreiben bezüglich der Verordnungsbestimmungen ausgehändigt, um solchen Missverständnissen vorzubeugen, betont die Stadt Moringen.  

Polizei kontrollierte anonyme Hinweise

Die Polizei rechtfertigt ihr Vorgehen. Aufgrund eines anonymen Hinweises auf eine Zusammenkunft von mehr Personen als durch die Kontaktbeschränkungen erlaubt sind, habe eine Funkstreife das Jugendzentrum „Nest“ kontrolliert, erläuterte Pressesprecherin Simone Köhler. Die Beamten hätten zwar gesehen, dass dort vier Personen gerade einen Live-Stream produzierten. Dass das aber ein Projekt der Jugendarbeit war, hätten die Beteiligten zwar angegeben, aber nicht belegen können, so Köhler.

Deshalb hätten die Beamten keine andere Wahl gehabt, als ein Ordnungswidrigkeitenverfahren einzuleiten. Mit einer Bescheinigung der städtischen Jugendpflege wäre das nicht passiert. Nun sei es Sache des Landkreises zu entscheiden, ob das Verfahren eingestellt wird.

Kreisjugendpfleger Andreas Kohrs betonte, dass Angebote der Jugendarbeit trotz Kontaktbeschränkungen zulässig sind – auch Präsenzveranstaltungen. Aus Gründen des Infektionsschutzes sowohl der Mitarbeiter als auch der Jugendlichen verzichteten die Jugendpflegen aber darauf.

Ausnahme seien aber Online-Angebote wie das in Moringen, die die Jugendlichen von zu Hause über Computer, Tablet oder Smartphone nutzen können.

Auch individuelle Beratungen fänden noch statt. rom/ows

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