Familie Pape startet Direktvermarktung

Erste Milchtankstelle im Kreis Northeim eröffnet

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Samstag geht’s los: Matthias Pape mit seiner Frau Birte vor der ersten Milchtankstelle im Landkreis. Zwischen 30 und 50 Liter hoffen die Papes täglich verkaufen zu können.

Lutterbeck. Landmilch quasi direkt vom Euter der Kuh in die Flasche gibt es ab Samstag, 29. Oktober, an Papes Milchtankstelle in Lutterbeck.

Dort bekommen Kunden die unbehandelte Milch täglich von 7 bis 22 Uhr frisch an der ersten Milchtankstelle im Landkreis Northeim.

Familie Pape hält in ihrem Familienbetrieb 140 Kühe und hat 100 Hektar Land, davon 40 Hektar Ackerfläche. Schon lange hatten sie den Gedanken zur Direktvermarktung, die jedoch ins Arbeitspensum passen musste, wie Matthias Pape erklärt. „Wir haben beim Urlaub im Norden immer wieder Milchtankstellen gesehen“, berichtet Pape. Als im Juni und Juli die Milchpreise dann in den Keller gegangen sind, haben sie ein Plakat aufgehängt, das auf den kritischen Milchpreis hinweist. „Die Rückmeldungen waren durchweg positiv. Wir haben Antwortschreiben am Plakat bekommen, die Menschen wollen unsere Milch“, berichtet Birte Pape. Damit sei der Entschluss gefallen, eine Milchtankstelle zu bauen.

Das neue Gebäude steht direkt an der Hofeinfahrt und entspricht von der Größe einem üblichen Gartenhaus. Darin steht der Automat, der jeden Morgen mit frischer Milch aus dem Stall befüllt wird und sie durchweg auf einer Temperatur von vier Grad hält. „Der Kunde kann bei uns Glasflaschen kaufen oder seine eigenen Behältnisse mitbringen. Es soll so einfach wie möglich sein“, erklärt Matthias Pape. Ein Pfandsystem gibt es nicht, die Flaschen können die Kunden nach dem Kauf immer wieder verwenden.

Bezahlt wird mit Scheinen bis 20 Euro oder Münzen bis 20 Euro, der Liter Milch kostet einen Euro. „Wenn die Kühlkette nicht unterbrochen ist, dann hält sie zwei bis drei Tage“, sagt Birte Pape. Da die Milch mit einem Fettgehalt von etwa vier Prozent nicht homogenisiert ist, muss sie vor dem Verzehr abgekocht werden. „Viele Menschen kennen heute den Geschmack von unbehandelter Milch gar nicht mehr“, sagen die Papes. Das wollen sie jetzt ändern.

Offiziell eröffnet wird die Milchtankstelle am Samstag. Von 10 bis 18 Uhr wird den Besuchern nicht nur die Funktion erklärt, sondern es finden auch Fahrten zum Stall statt, damit jeder sehen kann, wo die Milch herkommt und wie die Tiere leben. Dazu gibt es Essen und Getränke und der Zapfhahn ist frei für frische Milch direkt vom Land.

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