Reaktion auf spektakuläre Flucht

Maßregelvollzug Moringen: Mauer höher und Bewegungsmelder

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Das Maßregelvollzugszentrum in Moringen.

Moringen. Das Maßregelvollzugszentrum in Moringen (MRVZN) hat baulich auf die Flucht eines Straftäters im vergangenen Oktober reagiert.

Wie der Leiter, Dr. Dirk Hesse , im Gespräch mit der HNA sagte, seien unter anderem eine Mauer erhöht und spezielle Bewegungsmelder sowie Übersteigsperren installiert worden. Die Baumaßnahmen sind nach Hesses Worten in Absprache mit dem Landeskriminalamt erfolgt

Der Drogenabhängige war mit Hilfe eines selbst gebastelten Wurfankers auf ein Dach geklettert und mit einem gewagten Sprung an eine Straßenlaterne in Freiheit gelangt.

„Bauliche Sicherheit ist nur ein Teil“, betonte Hesse. Immer höhere Mauern und immer mehr Stacheldraht bedeute nicht automatisch mehr Sicherheit.

Die Sicherheit entsteht nach seinen Worten dadurch, dass sich die Mitarbeiter um die Patienten kümmern, nicht allein durch Gitter und verschlossene Türen. „Wir brauchen eine therapeutische Atmosphäre“, erklärte er. Das MRVZN sei ein Krankenhaus und kein Gefängnis. In einer Atmosphäre der Angst könne eine Therapie nicht erfolgreich sein.

Ohne Gitter und verschlossene Türen geht es aber auch nicht. Ehe ein Patient Lockerungen erhält, also beispielsweise zunächst begleiteten und später unbegleiteten Ausgang aus der Moringer Einrichtung erhält, muss ein Patient therapeutische Erfolge vorweisen und durch positives Verhalten auffallen.

Durch Schauspielern sei das kaum zu erreichen, so der MRVZN-Leiter. Die Patienten stehen auf ihren Stationen, in der Therapie und an ihren Arbeitsplätzen in den zur Klinik gehörenden Werkstätten nahezu permanent unter Beobachtung. „Es sind sehr viele Mitarbeiter an den Patienten dran“, sagte Hesse. Deren Eindrücke fließen in die Entscheidung über Lockerungen ein. „Wir reden unheimlich viel über die Patienten.“

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