Mofa-Unfall in der Pause: Schulsanitäter leisten Erste Hilfe

Simulierter Mofa-Unfall auf dem Schulhof: Daniel (links) und Alexander kümmern sich um einen verletzten Mitschüler.

Moringen. Wenn sich ihre Mitschüler beim Sport oder auf dem Schulhof verletzen, sind sie sofort zur Stelle: die Schulsanitäter der KGS Moringen.

Ob Schürfwunde, Knochenbruch oder Asthmaanfall, im Notfall können die Schulsanitäter schnell Erste Hilfe leisten und entscheiden, ob ein Besuch beim Arzt notwendig ist.

Engagiertes Team: Zu sehen sind Leon (hinten von links), Flo, Philipp, Luisa und Lehrer Jan Jannsen sowie Frederik (kniend von links), Noel, Alexander, Lisa, Ines, Daniel und Martin (liegend). Fotos: Schwekendiek

„Es ist ein gutes Gefühl, wenn man helfen kann, und nicht hilflos daneben steht“, sagt Luisa. Aus diesem Grund haben sich auch viele ihre Mitschüler für die Mitarbeit im Schulsanitätsdienst entschieden. Schließlich können Erste-Hilfe-Kenntnisse auch zu Hause oder in der Freizeit hilfreich sein.

Jeden Mittwoch treffen sich die Schulsanitäter zwischen 14 und 15.30 Uhr, um die Einsätze der vergangenen Woche zu besprechen, den Dienstplan aufzustellen und sich weiterzubilden. Das alles ist freiwillig, eine Pflicht, an einer Arbeitsgemeinschaft (AG) teilzunehmen, gibt es nicht. Pro Tag haben jeweils zwei Schüler Dienst. Vormittags sind sie dann für Notfälle über Diensthandys erreichbar - und dürfen dafür auch mal den Unterricht verlassen.

„Die Mitschüler finden das natürlich eher nicht so toll, wenn wir gehen dürfen“, berichtet Lisa, die den Schulsanitätsdienst gemeinsam mit Philipp und Leon leitet. Doch das macht den Schülern nichts aus. Denn in vielen Fällen konnten sie schon verletzten oder erkrankten Mitschülern helfen.

Einmal pro Jahr wird bei der Projektwoche ein Erste-Hilfe-Kurs in Zusammenarbeit mit dem DRK angeboten. Die Fortbildung zwischendurch organisieren die Schüler selbst. „Ich halte mich bewusst zurück“, sagt Lehrer Jan Jannsen, der den Schulsanitätsdienst betreut. „Und das funktioniert erstaunlich gut.“

Derzeit basteln die Schulsanitäter an einer Fibel mit kurzen Aufsätzen über Verletzungen und Krankheiten. „So können wir neuen Schülern etwas an die Hand geben und selbst mal nachschauen“, erklärt Leon.

Auch die Praxis kommt bei den wöchentlichen Treffen nicht zu kurz. An diesem Tag hat sich die Mofa-AG kurzerhand bereit erklärt, ein Übungsszenario zu stellen: Drei Mofa-Fahrer sind auf dem Schulhof in einen Unfall verwickelt. Ausgerüstet mit Sanitätstasche und Trage laufen die Schulsanitäter los. Sind die Verletzten ansprechbar? Haben sie Schmerzen?

Fast professionell versorgen die Schüler die Betroffen. Helmabnahme, Stabile Seitenlage - manch ein Erwachsener würde dabei ins Schwitzen geraten. Anschließend wird die Übung besprochen, Defizite werden noch einmal geübt. So sind die Schüler für den Ernstfall gut gerüstet, schließlich kann an einer Schule mit rund 1350 Schülern jeden Tag etwas passieren. (jus)

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