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Wo alles begann: Guano Apes spielen nach 25 Jahren wieder in der KGS Moringen

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Von: Kathrin Plikat

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Die Rockband Guano Apes aus Göttingen spielen das erste Konzert ihrer großen Tournee in der KGS Moringen. Es ist eine Rückkehr an ihren Ursprung.

Moringen – Wenn Dennis Poschwatta sagt „Wir reißen die KGS Moringen ab“, dann meint er das natürlich nur im übertragenen Sinne: Die Schule soll natürlich auch noch am 23. Oktober stehen, am Tag nach dem Konzert der Rockband Guano Apes in der Schulmensa.

Schlagzeuger Poschwatta hat so richtig Bock, das merkt man ihm an: auf Livemusik mit seiner Band, auf Moringen, auf die Menschen vor der Bühne, von denen er mit Sicherheit die meisten kennt. „Das ist für ein bisschen wie Klassentreffen“, sagt er und lacht.

Vorigen Freitag wurde der Konzerttermin in den sozialen Netzwerken veröffentlicht, Montagmorgen waren alle Karten weg. 660 Fans sind am 22. Oktober dabei, wenn „die Apes“ in Moringen spielen. 660 Leute, das ist geil, sagt der 48-jährige Moringer Poschwatta, der 2009 mit den Guano Apes bei einem Festival in Polen auch schon vor 380 000 Menschen auf der Bühne stand.

Guano Apes aus Göttingen: Schlagzeuger Poschwatta lebt mit seiner Familie bis heute in Moringen

Poschwatta, Ur-Moringer, der seiner Heimat übrigens immer treu geblieben ist und wo er mit seiner Frau und seinen beiden Kindern lebt, hatte mit seinem 2016 gegründeten Moringer Verein „Boys are back in town“ die Idee, den Auftakt für die Tour der Guano Apes in Moringen zu spielen – fast auf den Tag genau 25 Jahre nach dem ersten Konzert in der KGS. „Da, wo alles begann“, sagt er.

Nachdem irgendwann auch die anderen „Apes“ die Idee gut fanden, wird es also am 22. Oktober in und rund um die KGS sicherlich laut. Als Poschwatta jetzt, gut drei Wochen vor dem Konzert durch die Schule Richtung Mensa läuft, zeigt er auf eine Garage auf dem Schulgelände: „Das war unser erster Probenraum. Vorne standen die Müllkübel, dahinter haben wir Musik gemacht.“

Wir – das waren und sind Poschwatta, Henning Rümenapp und Stefan Ude, ebenfalls beide aus Moringen, die die Band 1994 gründeten. Kurz danach stieß Sängerin Sandra Nasi’c aus Göttingen zu dem Trio. Lange ist es her, aber Bock haben die vier noch immer, zumal nach zweijähriger Pandemiepause auch endlich wieder Geld fließt. „Natürlich habe ich in der Zeit manchmal gedacht, Scheiße, wie geht das alles weiter, vor allem finanziell“, sagt Poschwatta.

Göttingen: 1998 spielte die Guano Apes bei „Rock am Ring

Aber da das Künstlerleben ja fast immer ein Auf und Ab ist, wusste er, dass es irgendwann auch wieder besser wird. Ähnlich war es damals, 1996, als er und die anderen Guano Apes nach dem Sieg bei einem Nachwuchs-Bandwettbewerb meinten, jetzt geht es richtig los mit dem Erfolg. „Da war aber erst mal nix. Wir haben trotzdem weiter gemacht. Erst kamen 60 Leute, dann 100, irgendwann waren 150 drinnen im kleinen Konzertraum und 300 standen draußen und kamen nicht mehr rein. Da wurden dann größere Hallen gemietet und plötzlich ging das irgendwie durch die Decke“, blickt Poschwatta zurück.

1998 spielten die Guano Apes bei „Rock am Ring“. „Wir waren die drittletzte Band. Als wir ankamen, standen 5000 Leute vor der Bühne und wir dachten, okay, schade, dass es nicht mehr sind. Als wir auf die Bühne gingen, waren es plötzlich fast zehnmal so viele. Das war richtig geil.“ Rückblickend waren die Jahre 1997 bis 1999 die „wilden Jahre“ der Band. An 300 Tagen im Jahr waren die Musiker unterwegs, die Guano Apes feierten riesige Erfolge in ganz Europa, wurden mit vielen Preisen ausgezeichnet.

Hier fing alles an: Guano Apes-Schlagzeuger Dennis Poschwatta vor dem Haupteingang der Kooperativen Gesamtschule Moringen, wo am 22. Oktober ein Konzert der bekannten Rockband stattfindet.
Hier fing alles an: Guano Apes-Schlagzeuger Dennis Poschwatta vor dem Haupteingang der Kooperativen Gesamtschule Moringen, wo am 22. Oktober ein Konzert der bekannten Rockband stattfindet. © Kathrin Plikat

Rockband aus Göttingen: „Ich hoffe, dass mich jemand von der Bühne holt, wenn es peinlich wird“

Nach Stress innerhalb der Band trennte man sich 2006, fand 2009 aber wieder zusammen. „Das ist wie in einer Ehe, da kracht es auch mal richtig, dann geht man sich aus dem Weg und irgendwann passt es wieder“, sagt Poschwatta. „Eigentlich waren wir aber nie richtig weg“, sagt der 48-Jährige. Nach dem Konzert in Moringen geht es auf Tour mit Konzerten unter anderem in München, Berlin, Wien, Hannover und Budapest, von denen einige schon lange ausverkauft sind.

Aber mal ehrlich: Wie lange will er dieses Leben noch leben? „Ich hoffe, dass mich jemand von der Bühne holt, wenn es peinlich wird“, sagt er lachend. „Aber noch habe ich richtig Bock!“ (kat)

Vor wenigen Jahren traf sich die HNA mit Guano Apes-Gitarrist Henning Rümenapp. Der bekannte: Auftritte in ihrer südniedersächsischen Heimat waren für die Band anfangs immer mit viel Anspannung verbunden.

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