Grundschule: Mit allen Sinnen am Herd

Grundschule in Moringen legt großen Wert auf die gesunde Ernährung 

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Das Nudelwasser kocht schon mal. Es ist also alles für die Grundschüler vorbereitet: (von links) Karin Bruns-Strenge (Konrektorin), Marlies Traupe und Manuela Wiehle von den Moringer Landfrauen.

„Kennt ihr denn diese Gewürze?“, fragt Marlies Traupe, zweite Vorsitzende der Landfrauen aus Moringen. Die Grundschüler der Löwenzahnschule riechen am Rosmarin und sind überfragt.

Genau dieser Überforderung wollen die Landfrauen mit dem Kochkurs vorbeugen. Ihnen ist es wichtig, beim Kurs „Kochen mit Kindern“ die Sinne der Schüler anzusprechen. „Wir legen großen Wert auf Riechen, Schmecken und Fühlen während des Kochens“, sagt Traupe.

Jeden Mittwoch wird gekocht

Jeden Mittwochnachmittag unterrichten die Landfrauen ehrenamtlich eine Gruppe von 14 Kindern über gesunde Ernährung unter Verwendung von lokalen und saisonalen Lebensmitteln.

Der selbst gemachte Pudding wird zum Beispiel mit der Milch vom Bauernhof Pape aus Lutterbeck gekocht. Nach dem Kochen wird er ans Fenster zum Abkühlen gestellt. 

„Wir geben den Kindern unsere Hausfrauentipps mit auf den Weg. Damit kann man nicht früh genug anfangen“, sagt Manuela Wiehle, Mitglied der Landfrauen.

Soßen selbst zubereiten 

Während der Nachtisch am Fenster abkühlt, wird an den anderen Tischen in der Küche der Grundschule Nudeln mit Tomatensoße und Frikadellen gekocht. Die Tomatensoße wird ohne Hilfe eines Fertigtütchens zubereitet. „Wir wollen den Kindern zeigen, wie man Soßen selbst macht, wie schnell das geht und wie toll es vor allem riecht und schmeckt“, so Traupe.

Kochen ist Ausgleich zum Unterricht 

Karin Bruns-Strenge, Konrektorin der Löwenzahnschule, ist ein großer Fan des Kochkurses: „Außerschulische Angebote sind bei uns sehr willkommen. Das Kochen bietet einen perfekten Ausgleich zum Unterricht.“

Hausfrauen-Tipps von den Landfrauen 

Die Kinder nehmen das Angebot sehr gut an: Schon als sie die Küche betraten, riefen die Ersten: „Ich möchte schnippeln“ oder „Ich mache die Nudeln ins Wasser“. Alle wollen mithelfen, sind sehr interessiert und konzentriert bei der Herstellung der Speisen. 

Vor allem die Tipps der Rentnerinnen seien für die Ewigkeit. Zum einen wird erklärt, wie man mit dem Kochlöffel testet, ob das Fett in der Pfanne heiß ist, und zum anderen, dass die Frikadellen alle dieselbe Größe haben müssen, „damit sie alle gleich gar sind“, erklärt Wiehle den wissbegierigen Kindern.

Die Aussage „Das habe ich selbst gemacht“ sei den Kindern enorm wichtig, denn „zuhause können sie dann von ihrem Menü erzählen und dass wir das selbst zubereitete Essen verspeist haben“, sagt Wiehle.

Zuhause kommt das gemeinsame Kochen leider zu kurz 

Die Koch-AG ist gemeinsam mit dem Ganztagsangebot der Grundschule entstanden. Gerade im Hinblick darauf, dass das „Essen kochen zuhause zu kurz kommt, weil die Eltern zu sehr in ihrem Beruf eingespannt sind“, so Wiehle.

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