Tier- und Vogelwelt werde gefährdet

Moringer Bürger machen gegen Windkraft auf der Weper mobil

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So wie auf dieser Fotomontage der Bürgerinitiative könnte es bald an der Weper aussehen: Die Mitglieder befürchten eine Verschandelung der Landschaft und eine Gefährdungen der Tier- und Vogelwelt.

Moringen. In Moringen formiert sich Widerstand gegen die Pläne der Stadt, zwischen Moringen, Nienhagen und Blankenhagen bis zu sechs Windräder zu errichten.

Mit diesen Plänen ist die Stadt Moringen im Begriff, ihr Naherholungsgebiet auf der Weper irreparabel zu schädigen. Diese Auffassung vertritt eine Gruppe von Bürgern, die gegen den geplanten Bau von bis zu sechs Anlagen auf der Weper mobil macht.

„Nicht nur das Landschaftsbild im Vorgarten der Stadt wird kaputt gemacht, sondern auch massiv die Tier- und Vogelwelt gefährdet, wenn die Pläne verwirklicht werden. Von den gesundheitlichen Gefahren durch Infraschall ganz zu schweigen“, sagt Sprecherin Anke Lange.

Am Mittwoch, 1. Juli, will die Gruppe ab 19.30 Uhr im Rahmen einer Informationsveranstaltung im Gasthaus Drei Kronen an der Langen Straße eine Bürgerinitiative gründen. Alle Interessierten sind zu der Versammlung eingeladen. Anke Lange: „Wir würden uns freuen, wenn auch möglichst viele Ratsmitglieder und die Bürgermeisterin kommen.“

Mit der Gründung der Bürgerinitiative geht die dritte Gruppe gegen den Bau von Windkraftanlagen rund um Moringen an den Start. Die beiden anderen kämpfen gegen Anlagen im Moringer Becken und auf dem Böllenberg.

Allen gemeinsam ist, dass sie eine Landschaftsverschandelung durch die 200 Meter hohen Anlagen befürchten sowie eine Gefährdung der Tier- und Vogelwelt. Zu den besonders bedrohten Arten rund um Moringen gehören Fledermäuse und der Rote Milan.

Außerdem sehen sie viele Zugvogelarten massiv gefährdet. Unter anderem wird Moringen im Frühjahr und Herbst von den geschützten und regelmäßig in der Dämmerung niedrig fliegenden Kraninchen auf ihrem Weg nach Norden beziehungsweisen Süden überquert. „Unter Windrädern sind regelmäßig geschredderte Vogelleichen zu finden“, sagt Lange.

Ein weiteres Problem sei die Gefährdung durch Infraschall, der von den Anlagen ausgeht. Die Gruppe bezieht sich dabei auf den Arzt Dr. Thomas Carl Stiller (Barterode), der kürzlich in Dransfeld auf die Problematik aufmerksam gemacht hat. Diese tieffrequenten Schallwellen können bei empfindlichen Menschen unter anderem zu Schwindel, Kopfschmerzen, Herzrhythmusstörungen, Schlafstörungen, Konzentrationsstörungen, Migräne, Sehstören, Tinnitus und Stress führen. Ihre Reichweite liege bei zehn Kilometern. Stiller: „Das Problem wird von den Behörden unterschätzt.“

Dänemark hat wegen dieses Problems den Bau von Windkraftanlagen auf dem Land nahezu ausgesetzt und weitreichende Untersuchungen eingeleitet, sagt die BI-Sprecherin.

Für weitere Informationen baut die Bürgerinitiative gegen Windkraftanlagen auf der Weper zurzeit eine Internetseite auf. Sie ist unter www.tatort-weper.de zu erreichen.

Von Hans-Peter Niesen

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