Fenster sind "Biotope"

Moringer Stadthalle und Rathaus sind Sanierungsfälle

Sanierungsbedarf: Viele Fenster der Stadthalle sind von Schimmel befallen. Fotos: Schrader (1), Janssen/nh (1), Mönkemeyer (1)

Moringen. Undichte Fenster, Schimmel, Risse im Mauerwerk: Um die Moringer Stadthalle und das Rathaus steht es nicht gut. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses deutlich.

Dort stellte der Hardegser Ingenieur Heinz Peter Janssen die Ergebnisse seiner Bestandsanalyse vor. Sein Fazit: „Beide Gebäude müssen dringend saniert werden.“

Anhand von Fotos machte Janssen die Schwachstellen deutlich. Besonders an der Stadthalle liege vieles im Argen: „Manche Fenster sind wahre Biotope.“ In den Rahmen und an einigen Wänden hat sich Schimmel gebildet, über schlecht gedämmte Decken geht viel Energie verloren. Durch das Dach dringt Feuchtigkeit ein und im Mauerwerk haben sich tiefe Risse gebildet.

Im Rathaus sieht es laut Janssen nicht besser aus. Der Dachboden ist zum Teil gar nicht gedämmt, der Estrich aufgeplatzt. Im Sitzungszimmer ist die Luftfeuchtigkeit regelmäßig zu hoch, so dass sich auch hier bereits Schimmelflecken an den Fenstern und Wänden gebildet haben.

Rund 215.000 Euro würde eine vollständige energetische Sanierung der Stadthalle kosten, rechnete der Ingenieur im Bauausschuss vor. Beim Rathaus kämen Kosten von etwa 180.000 Euro zusammen. Für dieses Geld könnten zum Beispiel neue Fenster eingesetzt, die Wände und Decken gedämmt und die Heizung modernisiert werden. Die meisten energetischen Schwachstellen könnten so beseitigt werden, sagte Janssen.

Trotz Förderung würde die Sanierung beider Gebäude die Neuverschuldung der klammen Kommune deutlich in die Höhe treiben - sofern beide Vorhaben im kommenden Jahr in vollem Umfang umgesetzt werden.

Die Mitglieder des Ausschusses konnten sich deshalb trotz günstiger Zinssätze noch nicht zur einer Empfehlung durchringen, die Gesamtsumme von 395.000 Euro in den Haushaltsplan 2015 einzustellen. „Die Maßnahmenpakete sollten zunächst in den Fraktionen beraten werden“, sagte Joachim Suffrian (SPD). Schließlich sei es auch möglich, die Sanierung schrittweise umzusetzen.

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