Moringer Rat vertagt Thema Windpark

Platz für Windräder: Der Windpark soll an der Weper bei Moringen entstehen. Grafik: Mönkemeyer

Moringen. Atempause für Windparkpläne auf der Weper in Moringen.

Der Moringer Stadtrat hat in seiner Sitzung am Donnerstag in der Stadthalle entschieden, die Entscheidung über den Städtebaulichen Vertrag mit der Firma BayWa r.e. zur Ausweisung von Vorrangflächen für Windräder im Flächennutzungsplan bis zur nächsten Ratssitzung auszusetzen. Die Bevölkerung soll bis zum Spätsommer/Frühherbst ausführlich informiert werden.

Hintergrund sind große Widerstände in der Bevölkerung gegen die Pläne, einen Windpark mit bis zu sechs Windrädern auf der Weper zu errichten. Die Resonanz auf die Ratssitzung spiegelte die Bedeutung des Projekts für die Einwohner: Stühle mussten schnell noch herangekarrt werden, um die über 150 Zuhörer alle mit einem Sitzplatz versorgen zu können.

Ausgelöst wurde die Debatte durch die inzwischen dritte Bürgerinitiative Moringens gegen Windkrafträder, die sich nach Bekanntwerden der Pläne mit bis zu sechs, über 200 Meter hohen Anlagen bei Moringen gebildet hatte.

Nachdem die neue BI erstmals vor 110 Zuhörern mit einem ausführlichen Katalog auf die vielen unbeantworteten Fragen zu dem Projekt aufmerksam gemacht hatte, reagierte der Stadtrat. Er will nun in den kommenden Wochen mit den Bürgern einen ausführlichen Dialog führen. SPD-Fraktionschef Joachim Suffrian: „Wir wollen Ihre Anregungen mit einbeziehen.“

„Wollen keine Verspargelung“ 

CDU-Sprecher Gerhard Ude unterstützte den Antrag. „Wir haben einen hohen Beratungsbedarf.“ Bernd Bundstein (Zukunft Moringen) sagte, ab 2017 werde der Strompreis wahrscheinlich fallen. „Dann werden einzelne Anlagen unattraktiv.“ Elke Krause (Grüne) betonte: „Wir wollen keine Verspargelung, aber wir wollen die Abstände der Windräder zur Bebauung bestimmen.“

Einzige Gegenstimme gegen das Aussetzen der Entscheidung über den Städtebaulichen Vertrag kam von Bürgermeisterin Heike Müller-Otte (parteilos). Sie befürwortet eine Fortschreibung des Flächennutzungsplans, für den ein Investor nach Angaben von Gerhard Ude 100 000 Euro in die Hand nehmen muss.

Nach Ansicht der Bürgermeisterin behalte die Stadt trotzdem die Entscheidungshoheit. Sie könne mit dem Plan unter anderem die Abstände von mindestens 1000 Meter zur Wohnbebauung konkret regeln und Einzelanlagen mit einem Minimalabstand von 400 Meter zur Wohnbebauung verhindern. Sie unterstrich, dass die Stadt durch das Land gesetzlich gezwungen sei, „substantiell“ Raum für Windanlagen zu schaffen und keine Verhinderungsplanung betreiben dürfe.

Uwe Utermark von der BI forderte in der Einwohnerfragestunde den Erlass einer Veränderungssperre, um die Windräder auf der Weper zu verhindern. (zhp)

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