HNA-Leser gaben Tier den Namen Kito

Von der Mutter verstoßen: So geht es dem Moringer Affenbaby jetzt

Das Moringer Ehepaar Almut und Joachim Heise mit Kapuzineraffe Kito.

Moringen. Das Moringer Ehepaar Almut und Joachim Heise ist ganz verrückt nach Affen. In ihrem Garten haben sie deshalb ein riesiges Gehege mit Kapuzinern. Dazu gehört auch Kito, den sie mit der Hand aufziehen mussten.

Zwei Jahre ist es her, seit die HNA für ihn einen Namen suchte. Mittlerweile ist das Affenbaby Kito zu einem frechen Affen geworden, der seinen Besitzern Almut und Joachim Heise jedes Nüsschen aus der Hosentasche entlockt. Der Zauberer und die Einzelhandelskauffrau halten eine Horde Kapuzineraffen im Alter zwischen drei Monaten und über 40 Jahren - ein Großteil von ihnen wurde in Moringen geboren. Kito war ihre erste Handaufzucht.

Wenn das Ehepaar Kito zusieht, wie er mit seinen Spielkameraden Coco, Pedro und Momo tobt, dann wissen sie: Sie haben alles richtig gemacht. Denn als das Affenbaby am 29. Mai 2012 geboren wurde, war seine Mutter mit der Aufzucht des Nachkömmlings überfordert, stieß ihn ab und gab ihm keine Milch. Für das gerade 200-Gramm schwere Affenkind eine lebensbedrohliche Situation.

Lebensbedrohliche Situation 

Almut und Joachim Heise zogen nach anfänglichen Bedenken den Kleinen mit der Hand auf. „Natürlich war es nicht sicher, dass Kito sich nach der Handaufzucht in die Gruppe integrieren kann, aber uns blieb keine andere Wahl“, erklärt Joachim Heise. Für das Ehepaar bedeutete das: Tag und Nacht alle zwei Stunden Milch geben. Bis 10. Dezember 2012 wurde Kito so gefüttert, verrät ein kleines Heft, in dem die Heises Fütterungszeiten und Gewicht des kleinen Affens dokumentierten.

Nach und nach wurde Kito auch mit fester Nahrung vertraut gemacht und auch seine zukünftigen Mitbewohner lernte er - anfangs durch das Gitter - kennen. Als er stark genug war, zog Kito in das Gehege, bekam dort eine kleine Rückzugsbox, in der er bis heute die Nacht verbringt.

Anfangs hatte Kito einen kleinen Stoffaffen dabei, heute ist ein Lappen seine „Bezugsperson“. Dass Kito sich zu einem gesunden Affen entwickelte, der einen guten Platz in seiner Gruppe hat, macht Joachim Heise stolz: „Wir wollten kein Einzeltier, aber durch die Sozialisation in den ersten Wochen wurden wir zwangsläufig zu Bezugspersonen.“

Geschlechtsreif mit Fünf 

Seine Frau drückt es so aus: "Kito ist eben zweisprachig aufgewachsen."

Wenn Almut Heise heute in das Gehege geht, um die Affen mit frischem Obst, Gemüse und Trockenfutter zu füttern, ist Kito sofort zur Stelle. „Dann werde ich erst einmal inspiziert.“ So innig das Verhältnis von Kito zu seinen Zieheltern auch ist, auf Gleichbehandlung zu achten ist oberstes Gebot. Sonst kann es zu Eifersüchteleien kommen.

Affe Kito wurde von Joachim Heise aus Moringen aufgezogen

Wenn Kito in ungefähr drei Jahren geschlechtsreif ist, kann sich die Situation wieder ganz anders gestalten - denn dann geht es für ihn darum, seine Position in der Gruppe herauszufinden: Alpha-Kito oder nicht?

Von Anna Lischper 

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