Dörfer sollen sich miteinander vernetzen

Moringer Ausschuss spricht sich für Einführung der App „Dorffunk“ aus

Screenshot: So sieht die App „Dorffunk“ für Bremke, ein Ortsteil der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen, aus.
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„Dorffunk“: So sieht die App für Bremke, ein Ortsteil der Gemeinde Gleichen im Landkreis Göttingen, aus.

Immer mehr Kommunen im Landkreis Northeim setzen auf die digitale Vernetzung ihrer Bürger. Das neuestes Projekt bereitet jetzt die Stadt Moringen mit dem „Dorffunk“ vor, das 2015 mit großem Erfolg in Rheinland-Pfalz gestartet ist und das in Niedersachsen inzwischen drei Teilnehmer gefunden hat.

Moringen – Das Moringer Vorhaben ist im Landkreis das zweite nach Katlenburg-Lindau. Die Gemeinde Katlenburg-Lindau hat jedoch eine „selbstgestrickte“ Lösung initiiert (wir berichteten).

Moringen hingegen bevorzugt das erprobte Verfahren aus Rheinland-Pfalz, das dort mit wissenschaftlicher Unterstützung des renommierten Fraunhofer Instituts für Experimentelle Software Engineering (IESE) in Kaiserlautern entwickelt wurde. Der Begriff Funk ist dabei allerdings auf den ersten Blick etwas irreführend. Vielmehr geht es um eine App-basierte Form des Austauschs und der Information im Internet (iOS und Android), die kinderleicht über die inzwischen kaum mehr wegzudenkenden Smartphones genutzt werden kann.

Klaus-Wilhelm Depker

Der große Unterschied beispielsweise zu WhatsApp-Anwendungen in Gruppen: „Die Anwendung ist datensicher“, betonte der Vorsitzende des Moringer Ausschusses für Demografie und Kommunalentwicklung, Klaus-Wilhelm Depker (Gruppe LiMo21). „Man hat die Neuigkeiten in der Hosentasche“, sagte er in der jüngsten Sitzung des Gremiums in der Stadthalle, das die Einführung des Systems einstimmig befürwortete.

Ausschussmitglied Volker Feige (SPD) war so angetan, dass er trotz der Haushaltsmisere der Stadt erfolgreich vorschlug, zusätzlich 10 000 Euro mit in den Haushalt für das kommende Jahr aufzunehmen, damit das System 2021 eingeführt werden kann. Dazu kommen 2200 Euro weitere Kosten.

Bürgermeisterin Heike Müller-Otte sagte, die Verwaltung werde abklopfen, ob es Fördermöglichkeiten dafür gebe. Diese Empfehlung des Ausschusses muss allerdings noch die Hürde der Haushaltsberatungen in den kommenden Wochen nehmen.

Im „Dorffunk“ können Themenbereiche wie Plausch, News, Biete, Suche und „Sag’s uns“ angewählt werden, entweder für den gesamten Stadtbereich oder nur für eins der acht zu Moringen gehörenden Dörfer plus Kernstadt. Zudem gibt es die Möglichkeit, Chats privat zu gestalten oder in offenen und geschlossenen Gruppen zu agieren. Interessant ist der Bereich „Sag’s uns“, mit dem die Verwaltung direkt mit Vorschlägen oder Kritik angesprochen werden kann.

Ergänzt werden soll der „Dorffunk“ durch Dorf-Pages. Das sind lokale Dorfwebseiten, mit denen sich ein Dorf vorstellen und über seine ganz eigenen Besonderheiten und Geschichte informieren kann. Aktuelle Neuigkeiten und Events gehören ebenfalls dazu. Gesteuert werden soll das Modell über einen Arbeitskreis mit verantwortlichen Moderatoren. Nach Anmeldung kann das System jeder nutzen. Zudem gibt es pro Verein, Verband, Kirchengemeinde und ähnlichem jeweils einen Zugang, über die Beiträge eingestellt werden können.

Die „selbstgestrickte“ Lösung in Katlenburg-Lindau setzt auf die moderierte Internetseite sogehtdorf.de, die wiederum mit der Seite der Gemeinde sowie mit den sozialen Netzwerken Facebook und Instagram verknüpft ist. Foto: Hans-Peter Niesen

Von Hans-peter Niesen

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