HNA-Lesertreff

Bürgermeister-Kandidaten stellen sich den Fragen der Moringer

Sie stellten sich den Fragen des Publikums: der von der SPD unterstützte Stefan Wurst (parteilos, Zweiter von links), Bürgermeisterin Heike Müller-Otte (parteilos, unterstützt von CDU und Grünen, Mitte) und Bernd Bundstein (GMV, Zweiter von rechts). Den HNA-Lesertreff moderierten HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss (links) und Redakteurin Rosemarie Gerhardy (rechts).
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Sie stellten sich den Fragen des Publikums: der von der SPD unterstützte Stefan Wurst (parteilos, Zweiter von links), Bürgermeisterin Heike Müller-Otte (parteilos, unterstützt von CDU und Grünen, Mitte) und Bernd Bundstein (GMV, Zweiter von rechts). Den HNA-Lesertreff moderierten HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss (links) und Redakteurin Rosemarie Gerhardy (rechts).

Am 12. September ist in Moringen Bürgermeisterwahl. Beim HNA-Lesertreff stellten sich Amtsinhaberin Heike Müller-Otte (parteilos), Stefan Wurst (parteilos) und Bernd Bundstein (GMV) den 60 Besuchern vor.

Moringen – Wird Moringen weiter von Bürgermeisterin Heike Müller-Otte (unterstützt von CDU und Grünen) als Bürgermeisterin geführt? Oder wird sie von einem Mann abgelöst? Als Herausforderer stellen sich Stefan Wurst (unterstützt von SPD) und Bernd Bundstein (Gemeinsam Moringen verbessern) zur Wahl. Beim HNA-Lesertreff wurden alle drei mit Fragen aus dem Publikum regelrecht bombardiert.

Dabei spielten in der von HNA-Redaktionsleiter Olaf Weiss und Redakteurin Rosemarie Gerhardy moderierten Diskussion die Entwicklung der Ortschaften, die Zukunft der Ortswehren, der Ausbau der Kinderbetreuung und regenerative Energien eine wichtige Rolle. Große Unterschiede waren zu diesen Themen bei den Kandidaten kaum zu finden. Aber es gab sie, zum Beispiel bei den Themen Straßenausbaubeiträge oder Ratskeller.

Steuern und Abgaben

Stefan Grimm fragte danach, wie die Stadt künftig ihre Investitionen und Ausgaben finanziert, wenn man für Steuersenkungen und Abgabenabschaffung plädiert.

Bernd Bundstein antwortete darauf, dass man Ziele haben sollte. Er sei für die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge für Straßenrunderneuerungen, weil diese ungerecht seien. Stattdessen müsse man auf Bund und Land einwirken, dass beide endlich auch Geld auch für Kommunalstraßen geben.

Bürgermeisterin Heike Müller-Otte, von CDU und Grünen unterstützt.

Heike Müller-Otte schloss einen Verzicht auf die Straßenausbaugebühr aus. Stattdessen für einen Straßenausbau wiederkehrende Gebühren von allen Bürgern eines Stadtteils oder einer Ortschaft zu fordern, überfordere die Solidarität. Ratenzahlung muss aber möglich sein.

Auch Stefan Wurst ist für die Beibehaltung der Beiträge. „Stattdessen Ausbaubeiträge als wiederkehrende Gebühren zu erheben, ist rechtlich nur schwer durchzusetzen.“

Dörfer und Ortswehren

Wie wollen die Kandidaten junge Leute in die Ortschaften locken und wie sehen sie die Zukunft der Ortsfeuerwehren, wollte Vize-Gemeindebrandmeister Marcus Pfüller wissen.

Gut besucht: In die Moringer Stadthalle waren 60 Besucher gekommen, um den Bürgermeisterkandidaten beim HNA-Lesertreff auf den Zahn zu fühlen. Hier stellt gerade Marcus Pfüller, Ortsbrandmeister von Lutterbeck, seine Fragen.

Heike Müller-Otte betonte, dass, sie daran denke, Förderprogramme für die Ortschaften wieder aufleben zu lassen. Künftig wichtig für Fördermittel seien Dorfregionsprogramme, da könnte man zum Beispiel erst einmal Nienhagen, Lutterbeck und Oldenrode zusammenfassen. Zudem gelte es, Leerständen entgegenzuwirken und kleine Neubaugebiete auszuweisen. Die Ortswehren müssten gut ausgestattet sein und gute Schulungsmöglichkeiten haben.

Bernd Bundstein kandidiert für die GMV.

Für Bernd Bundstein sind der Ausbau der Infrastruktur einschließlich Breitband und die Optimierung der Busanbindungen wichtig. Zudem gelte es, endlich das Baurecht zu ändern, sodass man im Ort Gebäude abreißen und auf denselben Grundmauern ohne neue Grenzabstände neu bauen könne. Für einige Dörfer seien auch Neubaugebiete nötig. Wichtig für die Feuerwehren, um Leute zum Mitmachen zu motivieren, seien eine Top-Ausstattung und die Förderung der Wehren durch die Stadt auch als Verein, der das Dorfleben mittrage.

Der Schlüssel für junge Familien, aufs Dorf zu ziehen, sei das Breiband, sagte Stefan Wurst. „Homeoffice muss überall mit schnellen Leitungen möglich sein.“ Leute für den Dienst in den Feuerwehren zu motivieren, sieht er als wichtige Aufgabe auch der Stadt. Das Ehrenamt gelte es zu stärken. Er werde dies unter anderem mit einer Ehrenamtssatzung tun, in der Vergünstigungen für städtische Leistungen und auch Rabatte bei örtlichen Händlern und Dienstleistern festgelegt sein könnten.

Ratskeller

Harald Schoppe warnte die Kandidaten davor, sich bei der Mitfinanzierung der Ratskeller-Sanierung nicht zu übernehmen.

Bernd Bundstein plädierte dafür, dass die Stadt dem Ratskeller-Förderverein dadurch helfen könne, in dem sie in dem Haus ein Bürgerbüro einrichtet.

Stefan Wurst wird von der SPD unterstützt.

Dem Verein zolle er für dessen Engagement zum Erhalt des Gebäudes großen Respekt, sagte Stefan Wurst. Der Verein habe aber auch die Verantwortung für die Unterhaltung, die die Stadt nicht dauerhaft finanzieren könne. Die Einrichtung eines Bürgerbüros im Ratskeller lehnt er ab, im nahegelegenen Rathaus sei dafür genügend Raum.

Auch Heike Müller-Otte ist gegen ein Bürgerbüro im Ratskeller. Das würde die Verwaltung auseinanderreißen. Stattdessen könne die Stadt den Förderverein durch eine andere Nutzung unterstützen, zum Beispiel durch die Jugendpflege.

Innenstadt und Energie

Welche Perspektiven sehen die Kandidaten für die Innenstadtentwicklung und Förderung von regenerativen Energien? Das wollte Bernd Melle unter anderem wissen.

Ein Förderantrag für die Innenstadt sei ja gestellt, sagte Heike Müller-Otte. Damit könnten Innenstadtbetriebe gestärkt werden. Gefördert werden könnte der Aufbau von Standbeinen örtlicher Händler im Online-Handel. Die Stadt könne auch Leerstände anmieten, um sie für gemeinsame betriebliche Nutzungen zur Verfügung stellen. Bei regenerativen Energien seien Solardächer auf Schulen denkbar, betrieben von Genossenschaften.

Stefan Wurst möchte Eigentümer von Leerständen in der Innenstadt an einen Tisch bringen, um mit ihnen Möglichkeiten von Nachnutzungen auszuloten, bei denen die Stadt behilflich sei könne. In Sachen Solardächer habe die Stadt in den vergangenen sieben Jahren „nichts gemacht“, kritisierte er. Das müsse sich ändern.

Bernd Bundstein sagte, dass die Energiewende übers Knie gebrochen werde. Das Problem bei regenerativen Energien seien aber die nicht vorhandenen Speicher. „Auch bei Solardächern muss ich einen ordentlichen Eigenverbrauch haben, um die Anlage profitabel zu betreiben. Der ist aber nicht da.“ Hier seien Bund und EU gefragt, Lösungen zu finden. (Axel Gödecke)

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