Mann war wochenlang auf der Flucht

Polizei nimmt geflohenen Schwerverbrecher aus Moringen in Kassel fest

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Moringen/Kassel. Ein Schwerverbrecher, der vor 20 Tagen auf spektakuläre Art aus dem Maßregelvollzug Moringen geflohen ist, ist am Donnerstag in Kassel festgenommen worden.

Gemeinsam mit Beamten des Polizeipräsidiums Nordhessen hatten Zielfahnder aus Hannover den 30 Jahre alten Mann in Kassel ausfindig gemacht. Ein Spezialeinsatzkommando (SEK) nahm ihn schließlich gegen 17 Uhr in einer Wohnung im Stadtteil Waldau fest.

Widerstand leistete der Flüchtige, der von den Behörden als gewaltbereit und gefährlich eingestuft worden war, dabei nicht. Er wurde zunächst in die JVA Kassel gebracht.

Im Gefängnis wird er allerdings nicht dauerhaft bleiben. Der 30-Jährige werde zurück in den Maßregelvollzug nach Moringen gebracht, teilte die Staatsanwaltschaft Hildesheim am Freitag mit. Maßgeblich sei dabei, dass er zur Unterbringung im Maßregelvollzug verurteilt wurde. Der spektakuläre Ausbruch, der für sich genommen nicht strafbar sei, ändere daran nichts. Es werde allerdings geprüft, ob der Ausbrecher bei seiner Flucht oder danach Helfer hatte. Diese könnten sich strafbar gemacht haben.

Dem Mann war am 3. Oktober die Flucht aus Niedersachsens größtem Maßregelvollzugszentrum geglückt - mit einem selbst gebastelten Seil aus Bettlaken sowie einem Wurfanker aus einem Gartengerät. Wochenlang fehlte seitdem jede Spur von ihm.

Artikel aktualisiert um 13 Uhr

Hintergrund der Flucht des aus Tschetschenien stammenden 30-Jährigen war nach Ministeriumsangaben offensichtlich seine drohende Abschiebung aus Deutschland. Der Mann wurde mehrfach wegen schwerer Straftaten verurteilt, unter anderem wegen erpresserischen Menschenraubs und vorsätzlicher Körperverletzung.

Auch per Facebook-Fahndung hatte das Landeskriminalamt versucht, auf die Spur des Gesuchten zu kommen. (vko/lni/mak)

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