Instandsetzung soll 1,8 Millionen Euro kosten – Stadt hofft auf Zuschuss

Moringer Rat stimmt für Sanierung den Flaakebades

Das Flaakebad in Moringen.
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Das Flaakebad Moringen soll in den nächsten beiden Jahren saniert werden.

Das Flaakebad in Moringen soll im nächsten und übernächsten Jahr saniert werden. Das beschloss der Stadtrat in seiner jüngsten Sitzung in der Stadthalle mit breiter Mehrheit bei nur drei Nein-Stimmen.

Moringen – Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Stadt in ein Förderprogramm des Bundes rutscht. Veranschlagt sind für den Bau knapp 1,8 Millionen Euro.

Im ersten Schritt sollen das sogenannte Mehrzweck- sowie das Rückspülbecken erneuert werden. Im zweiten Abschnitt folgt nach dem Stand der bisherigen Planungen der Bau einer Solarabsorberanlage. Um die Sanierung finanziell stemmen zu können, muss die Stadt nach dem Stand der Dinge aber in das „Bundesprogramm zur Förderung von Investitionen zur Sanierung kommunaler Einrichtungen in der Bereichen Sport, Jugend und Kultur“ aufgenommen werden. Zweite Voraussetzung ist, dass die Stadt einen Eigenanteil von 55 Prozent beziehungsweise rund 975 000 Euro in die Hand nimmt.

Erstmals hatte die Stadt versucht, 2018 ins Förderprogramm zu rutschen. Damals hoffte sie noch, den Eigenanteil auf zehn Prozent beschränken zu können. Moringen wurde aber nicht berücksichtigt und musste auch den Zehn-Prozent-Traum begraben, weil sich die Stadt offiziell nicht mehr in einer Haushaltsnotlage befindet.

Diese könnte mittelfristig aber wieder eintreten. Ratsvorsitzender Volker Feige (SPD) sagte, wenn auch in Zusammenhang mit einem anderen Tagesordnungspunkt, dass der Stadt mittelfristig ein Defizit von vier Millionen Euro drohe. „Eine düstere Prognose und Corona kommt noch obendrauf.“ Doch der Sanierungsstau im Flaakebad wird schon seit 2016 angesprochen, sagte Bürgermeisterin Heike Müller-Otte. Sie räumte allerdings ein, dass die Stadt viel Geld verplane. Trotzdem wolle sie dafür stimmen.

SPD-Fraktionsvorsitzender Thomas Brauns befürwortet, wie seine Parteifreunde, die Sanierung. Er sei jedoch nicht bereit, bei den Kosten noch höher zu gehen. „Das können wir uns nicht leisten.“ Elke Krause (Grüne) trat ebenfalls auf die Bremse, obwohl sie die Sanierung unterstützte, und äußerte sich wie die SPD: „Mehr können wir uns nicht leisten.“ Andreas Maletz (CDU): „Wir geben das Flaakebad nicht auf.“ Bernd Bundstein (GMV) beantragte, wegen der immensen Kostensteigerungen in der Baubranche sogar einen Eigenanteil von 1,25 Millionen bereitzustellen, um für den Fall von höheren Kostensteigerungen als den einkalkulierten zehn Prozent gewappnet zu sein. Sein Antrag wurde jedoch bei nur zwei Befürwortungen mit großer Mehrheit abgelehnt.

Klaus-Wilhelm Depker (Die Linke/Moringen 21) mahnte: „Wenn wir mit den Eigenanteil noch höher gehen, müssen wir an anderer Stelle kürzertreten.“ Gleichwohl nannte er das Bad „ein Plus für die Kommunalentwicklung.“

Johanna Arnemann (CDU) forderte eine weitere Zurückstellung der Sanierung: „Wir können in die Förderung gehen, wenn es unsere finanzielle Lage wieder hergibt. Ich kann es nicht nachvollziehen, eine Million Euro ins Flaakebad zu stecken.“ Hans-Jürgen Doehring (GMV) unterstützte Johanna Doehring und befürchtet: „Die Summe wird uns im Haushalt strangulieren.“

Dass die Stadt einen Eigenanteil von 55 Prozent leisten müsse, nannte er „erbärmlich“.  zhp

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