Neues Nutzungskonzept

Letzte Chance? Drei Moringer wollen den Ratskeller retten

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Setzt sich für eine sozio-kulturelle Einrichtung ein: Friedhelm Honig vor dem sanierungsbedürftigen Ratskeller in Moringen. Das Gebäude steht seit 25 Jahren leer. 

Moringen. Spätestens jetzt, wo die Scheunenstraße in Moringen in neuem Glanz erstrahlt, dürfte die Bezeichnung „Schandfleck“ auf den Ratskeller mehr zutreffen als lange Zeit zuvor.

Die Geschichte des Ratskellers ist lang. In der Kurzfassung steht er seit 25 Jahren leer, nichts passiert und das unansehnliche Gebäude verfällt immer weiter. Das wollen drei Moringer nicht weiter mit ansehen. Fabian Froböse, Friedhelm Honig und Jan Schoppe wollen einen letzten Rettungsversuch starten. „Wir würden einen Abriss sofort befürworten, aber den will niemand bezahlen“, sagt Honig. Die Stadt Moringen sei bereits verschuldet, der Landkreis sehe sich nicht in der Pflicht und der Eigentümer sei dazu nicht bereit. 

Fabian Froböse

„Eine Enteignung würde laut Landkreis sechs bis sieben Jahre dauern“, sagt Honig. Deshalb haben sich die Drei aus der Weperstadt seit einem dreiviertel Jahr mit einem Nutzungskonzept beschäftigt. Laut der Moringer braucht die Weperstadt dringend eine Aufwertung, um in Zukunft dem Abwanderungstrend entgegenwirken zu können. 

Diese soll eine sozio-kulturelle Einrichtung werden. Ein Jugend-Literaturcafé, Ausstellungen, Räume für Vereine und mehr – bis hin zum fertigen Raumplan haben die drei Bürger bereits alles fertig geplant. Wichtig ist ihnen dabei auch die Barrierefreiheit, die unter anderem durch einen Fahrstuhl möglich werden soll. „Unsere strukturschwache Region kann mit der Instandsetzung dieses Kulturdenkmals eine enorme Aufwertung erfahren“, heißt es in einem Schreiben von Froböse, Honig und Schoppe.

Jan Schoppe

Ihr Vorhaben haben sie bereits mehrfach vorgestellt, unter anderem bei Europa- und Bundestagsabgeordneten. Auch Fördermöglichkeiten gebe es für das Projekt, bei dem das historische Erscheinungsbild erhalten werden soll. „Wir brauchen als nächsten Schritt eine Kostenschätzung“, erklärt Honig. Notwendig dafür sei ein Verein oder eine Genossenschaft, die sich im Anschluss auch um den Betrieb der Einrichtung kümmert. Die notwendige Schätzung beziffert Honig mit 15 000 Euro. Kosten, die allerdings durch Förderungen gedeckt wären.

„Sollte sich dann rausstellen, dass sie Bausubstanz schon zu marode ist, dann kann der Ratskeller immer noch abgerissen werden“, sagt Honig. Bis dahin wolle man aber versuchen, gemeinsam mit weiteren Moringern dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Interessierte können sich per E-Mail an info@ratskeller-moringen.de oder persönlich an Honig, Schoppe und Froböse wenden.

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