Am 3. Juni darf sie erstmals wieder das Haus verlassen

Schülerin Celina Krechsky ist nach schwerer Krankheit auf dem Weg der Besserung

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Ein Herz und eine Seele: Die 17-jährige Celina Krechsky ist bei ihrer Mutter Nicole Ackermann in den besten Händen.

Moringen. Die Moringerin Celina Krechsky freut sich auf den 3. Juni. An dem Tag darf sie nach schwerer Krankheit erstmals wieder das Haus verlassen. "Dann gehe ich in die Stadt und esse ein Eis."

Was sie durchgemacht hat, möchte sie nicht noch einmal erleben. Die zunächst an Leukämie und danach als Folge an einem Myelodysplastischen Syndrom (MDS) erkrankte Celina Krechsky aus Moringen (wir berichteten) ist nach ihrer Transplantation zwar noch nicht komplett über den Berg, aber sie befindet sich auf einem sehr guten Weg. Und die 17-Jährige blickt optimistisch nach vorn. „Ich weiß, dass ich jetzt gesund bin!“

Acht Wochen Klinik 

Ihre Transplantation („Das ist wie eine Bluttransfusion“) hat die Schülerin am 24. Februar in der Klinik der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) bekommen. Acht Wochen verbrachte sie insgesamt im Krankenhaus. „Ich bin durch die Hölle gegangen und wieder herausgekommen“, beschreibt die trotz allem fröhliche junge Frau ihren schweren Leidensweg.

„So schnell stirbt es sich nicht.“ 

„Es gab Momente, da wollte ich wegen der irren Schmerzen nicht mehr weiter“, sagt die 17-Jährige und fügt mit einem Lächeln hinzu: „Aber so schnell stirbt es sich nicht.“ In der Klinik war sie isoliert. Nur ihre Mutter Nicole Ackermann und ein paar wenige andere durften zu ihr. Ihre Verbindung zur Außenwelt war ein Radio und gelegentlich ein munteres Vogelgezwitscher.

Abgeschirmt ist sie auch jetzt zu Hause noch immer. Celina darf das Haus nämlich nicht verlassen - für 100 Tage. „Es könnten auch mehr werden“, schiebt ihre Mutter ein. Doch davon geht Celina nicht aus. Die Moringerin hat den 3. Juni fest im Visier. „An dem Tag darf ich erstmals raus. Dann gehe ich in die Stadt und lasse mir in der Eisdiele ein Eis schmecken.“ Einladungen dazu hat sie schon etliche.

Wonach sie sich ebenfalls sehnt ist Reiten. „Ich möchte endlich wieder auf Merle sitzen.“ Das ist ein Therapiepferd in Moringen, das sie schon gut kennt. Auch dort ist Celina jederzeit willkommen.

Kuscheln nicht erlaubt 

Im Moment muss sich Celina mit einem Collie und einen Jack-Russell-Mix begnügen. „Die beiden gehören zur Familie“, erläutert Mutter Nicole. Streicheln mit den beiden ist erlaubt, Kuscheln aber nicht.

Dass sie jetzt wieder ganz gesund wird, steht für die 17-Jährige unumstößlich fest. „Nach meiner Leukämie wusste ich, dass da noch was auf mich zukommt, jetzt habe ich ein total gutes Gefühl“, beschreibt sie ihre aktuelle Situation. Eine komplette Entwarnung gibt es für Celina, die alle drei Tage zur Behandlung und Kontrolle nach Göttingen muss, aus medizinischer Sicht erst fünf Jahre nach dem jetzt erfolgten Eingriff.

Und was macht die Schule? Zum letzten Mal war Celina kurz vor den Weihnachtsferien in der BBS I in Northeim. Nach den Sommerferien will sie dort das Schuljahr wiederholen. „Nebenbei würde ich gern als Sanitätshelferin arbeiten“, sagt sie. Organisationen, die einen solchen Job für sie haben, dürfen sich gern bei ihr melden.

Ziel: Führerschein 

Nach einem Freiwilligen Sozialem Jahr (FSJ) möchte die Moringerin gern eine Ausbildung zur Kinderkrankenschwester machen. Ein etwas kurzfristigeres Ziel hat sie auch noch: „Ich werde im September 18 und möchte meinen Führerschein machen!“

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