150 Schaulustige warteten auf Ankunft

Schwertransport mit 18 Stunden Verspätung am Ziel

Am Moringer Kreisel war Fingerspitzengefühl gefragt: Nur langsam passierte der Schwertransport die Engstelle zwischen Einbecker Straße und Langer Straße. Als dieses Hindernis überwunden war, applaudierten die Schaulustigen. Fotos: Schwekendiek

Moringen. So etwas erlebt man nicht alle Tage: Der Schwertransport, der am Sonntag durch den Landkreis Northeim rollte, viele Schaulustige an. Um 22.20 Uhr erreichte er sein Ziel.

Dichtes Gedränge herrschte am Sonntagabend am Moringer Kreisel. Immer mehr Menschen gesellten sich dazu, zum Teil mit Tee, Glühwein und Bierflaschen ausgerüstet. Regen und Kälte schienen niemanden zu stören. Gespannt warteten etwa 150 Schaulustige auf die Ankunft des Schwertransports, der zuvor eine 13-stündige Zwangspause bei Einbeck einlegen musste (die HNA berichtete).

„Das muss man auf jeden Fall gesehen haben“, waren sich die Moringer einig. „Ich bin vor allem gespannt, wie der Transport durch den Kreisel kommt“, sagte Norbert Kellner. Um 20.45 Uhr war es dann endlich soweit.

Zunächst machte sich ein Trupp des Logistik-Unternehmens daran, die Schilder von den Verkehrsinseln abzubauen. Dann rollte der Transport mit 135 Tonnen Gesamtgewicht, einer Länge von 27 Metern und einer Höhe von 6,58 Metern heran. Begleitet wurde der Koloss von drei Streifenwagen der Polizei.

Millimeter für Millimeter bewegte Fahrer Hubert Junge sein Gefährt durch den Kreisel. Uwe Walther, Geschäftsführer des Logistik-Unternehmens, dirigierte vorne mit der Taschenlampe, ein weiterer Mitarbeiter lenkte die hinteren Achsen. Dort, wo der Transport haarscharf an Schildern vorbeischrammte, wurden diese kurzerhand mit Manneskraft zur Seite gebogen.

Nach wenigen Minuten war das Spektakel am Moringer Kreisel schon wieder vorbei. Von den Schaulustigen gab es dafür anerkennenden Applaus, bevor sich einige ins Auto setzten und der Kolonne hinterher fuhren.

Schwertransport in Moringen und Großenrode

Der nächste Stopp folgte bereits 800 Meter weiter an der Amtsfreiheit: In Höhe der Tankstelle musste eine Laterne über der Straße zur Seite gedreht werden. Auch hier versammelten sich mehrere Dutzend Kinder und Erwachsene am Straßenrand.

In Großenrode beobachteten die Schaulustigen, wie der Transport nach rechts auf die Großenroder Straße abbog. Von dort ging es dann ohne längere Stopps zum ehemaligen Zementwerk bei Hardegsen. Um 22.20 Uhr - 18 Stunden später als geplant - war „der Fuchs endlich im Bau“, wie es der Einsatzleiter der Polizei ausdrückte.

Drei Stunden dauerte die 43 Kilometer lange Fahrt von Einbeck nach Hardegsen, nur 40 Minuten musste die Kolonne wegen kleinerer Hindernisse pausieren. „Alles verlief nach Plan“, zog Logistik-Chef Walther schließlich ein positives Fazit der zweiten Etappe. Besonders die gute Vorbereitung der Polizei habe dazu beigetragen, dass es keine weiteren Verzögerungen gab.

Hintergrund: Drei Monate Vorbereitung

Der Transport schwerer Güter erfordert in Deutschland eine behördliche Genehmigung. Vor etwa drei Monaten hat Uwe Walther, Geschäftsführer von Walther Logistik aus Hannover, mit den Vorbereitungen für diesen Transport begonnen. Dazu ist er die Strecke zwölf- bis 14-mal abgefahren, schätzt er. Die Hindernisse sind vielfältig: Aufgrund seiner Höhe passt der Transport unter keiner Brücke hindurch. Auch Straßenlaternen, Ampelanlagen und Verkehrsschilder sind oftmals zu niedrig. In diesem Fall mussten sogar einige Stromleitungen stillgelegt werden, weil der vorgeschriebene Sicherheitsabstand nicht hätte eingehalten werden können. Neben Polizei und örtlichen Ordnungsämtern wurde deshalb auch der Stromlieferant in die Planungen einbezogen.

Von Julia Schwekendiek

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