Strafanzeige erstattet

Wüstung Bengerode: Raubgräber knapp entwischt

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Erschüttert über die Raubgrabungen in der Wüstung: der Vorsitzende des Geschichts- und Heimatvereins, Töpfermeister Johannes Klett-Drechsel, sein Vertreter Sven Brinkhoff, der Polizeibeamte Wilfried Schröder und Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne. 

Fredelsloh. Drei Personen habe auf der Suche nach wertvoller Keramik Löcher gegraben.

Die Serie der Raubgrabungen in der Wüstung Bengerode bei Fredelsloh reißt nicht ab: Erneut haben Unbekannte nach rund 800 Jahre alten, wertvollen Keramiken mit Spitzhacke, Spaten und Taschenlampen gesucht. Diesmal wurden sie allerdings von einem Jäger überrascht. Die mutmaßlich drei Täter konnten jedoch unerkannt fliehen. Die Polizei ermittelt.

„Raubgrabungen in einem Bodendenkmal sind Straftaten“, sagt Northeims Kreisarchäologin Dr. Petra Lönne. Sie ist wie der Vorsitzende des Fredelsloher Geschichts- und Heimatvereins, Töpfermeister Johannes Klett-Drechsel, entsetzt über die Raubgrabungen. Zuletzt waren 2013 und 2011 Strafanzeigen erstattet worden. Damit beläuft sich die Summe der Straftaten auf inzwischen sieben in den vergangenen 15 Jahren.

„Die Täter sind offensichtlich vom Fach“, vermutet Klett-Drechsel. „Sie wussten genau, wo sie graben mussten.“ Er schließt nicht aus, dass es sich um Archäologiestudenten handeln könnte. Die beiden Grabungsstellen deuteten daraufhin. Sie seien rechteckig angelegt. Eine sei bis auf eine Tiefe von zwei Metern ausgehoben worden, die andere bis auf einen Meter.

Auf die Tat wurde ein Jäger in der Nacht zum vergangenen Sonntag gegen 0.20 Uhr aufmerksam. Er sei nach erfolglosem Ansitz auf Wildschweine durchs Revier gefahren, habe immer mal wieder angehalten, um nach Geräuschen von Wildtieren zu hören, schilderte der ermittelnden Polizist Wilfried Schröder.

Dabei habe er ein Klirren gehört. Offenbar war einer der Täter mit einem Spaten auf Keramikscherben gestoßen. Als er mit einer Lampe in die Richtung der Geräusche geleuchtet habe, habe er drei Männer gesehen, die sofort Reißaus genommen hätten.

Bei der Untersuchung der Grabungsstelle wurden nicht nur Scherben gefunden, sondern auch eine Taschenlampe, die die Täter zurückgelassen haben. Die Polizei bittet um Hinweise unter Tel. 05554/2282. (zhp)

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