Fragen und Antworten zur Schmallenberg-Krankheit

Mücken übertragen das Virus

Northeim. Die Schmallenberg-Krankheit sorgt für Dramen in Tierställen im Landkreis Northeim. Hier Fragen und Antworten zur neuen Tierseuche.

Warum hat die neue Tierseuche den Namen Schmallenberg-Krankheit?

Die Seuche wurde in Deutschland erstmals im Schmallenberg im Hochsauerland nachgewiesen. Deshalb trägt die Viruserkrankung bei uns diesen Namen.

Können Menschen erkranken?

Die Infektion ist für Menschen ungefährlich und kann nicht auf den Menschen übertragen werden.

Welche Tierarten sind von der Krankheit betroffen?

Infiziert werden können Schafe, Ziegen, Rinder und offensichtlich auch Wildrinder. In Rheinland-Pfalz wurde die Krankheit bei einem Bison nachgewiesen.

Wie wird die Virus-Erkrankung übertragen?

Die Übertragung des Virus erfolgt nach derzeitigem Kenntnisstand durch Stechmücken oder Gnitzen. Eine direkte Übertragung von Tier zu Tier kann man derzeit ausschließen. An den erwachsenen Tieren sind im Landkreis Northeim bisher noch keine Symptome festgestellt worden. Betroffen sind vor allem die ungeborenen Tiere. Das Virus geht im Muttertier auf die Frucht über und infiziert diese offenbar.

Wie sehen die typischen Symptome aus?

Bei den Lämmern tritt Gelenksteife in den Beinen auf. Es kommt zu Verkrümmungen der Wirbelsäule sowie zu Schiefhaltungen des Kopfes. Außerdem ist das Nervensystem der Tiere betroffen. In vielen Fällen ist zudem der Unterkiefer verkürzt. Manche Tiere kommen tot zur Welt. Außerdem ist in vielen Fällen die Geburt besonders schwierig und Tierärzte müssen eingreifen.

Was passiert mit den erkrankten Jungtieren?

Viele Jungtiere sterben noch in den ersten Lebenstagen. Es gibt auch Jungtiere, die nicht so schwere Symptome zeigen - zum Beispiel Behinderungen an den Beinen. Bei ihnen muss man den Verlauf weiter verfolgen und bald über eine mögliche Schlachtung entscheiden.

Was passiert mit den Muttertieren, die die Krankheit auf ihre Lämmer übertragen haben?

Von diesen Tieren sind Blutproben genommen worden, um festzustellen, ob Antikörper gegen das Virus gebildet wurden. Außerdem sind sie verstärkt unter Beobachtung, ob sie Anzeichen der Krankheit zeigen. Es besteht die Hoffnung, dass sie im kommenden Jahr wieder gesunde Lämmer zur Welt bringen.

Was für ein Virus ist für die Infektion verantwortlich?

Es geht zu einer Virusgruppe, die bislang lediglich in Asien und Afrika nachgewiesen wurde. Inzwischen hat es ein Virus bis nach Mitteleuropa geschafft. Wie es nach Europa kam, ist bislang nicht geklärt. Die ersten Fällen traten in den Niederlanden und Belgien auf. Von dort aus breitet sich die Krankheit Richtung Osten aus.

Gibt es gegen die neue Tierkrankheit eine Impfmöglichkeit?

Derzeit gibt es noch keinen Impfstoff gegen das Virus. Die Forschungen haben begonnen. Wie schnell der Impfstoff verfügbar ist, ist derzeit nicht absehbar.

Gibt es Beihilfen und Entschädigungen für betroffene Tierhalter?

Derzeit nicht, weil die Schmallenberg-Krankheit bislang keine anzeigepflichtige Tierseuche und nicht laut EU-Recht gelistet ist.

Wie kann man die Tiere vor den Mücken und Gnitzen schützen?

Bei der inzwischen überwundenen Blauzungenkrankheit wurden die Tiere mit Mückenabwehrmitteln behandelt. Ob das gegen die Schmallenberg-Krankheit hilft, ist nicht klar. (bsc)

Kontakt: Kreisveterinäramt Northeim, Tel. 05551/708-484, Mail: veterinaeramt@landkreis-northeim.de

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