Bei Restmüll sind 13 Prozent mehr kalkuliert, bei Biomüll 4,4 Prozent

Die Müllgebühren im Landkreis Northeim sollen steigen

Entleerung von Restmülltonnen an einem Müllfahrzeug.
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Restmüllabholung: Die Bürger im Landkreis Northeim sollen dafür ab dem kommenden Jahr mehr bezahlen, genau so wie für die Abfuhr von Biomüll.

Im kommenden Jahr sollen die Abfallgebühren im Landkreis Northeim steigen. Sowohl die Entsorgung des Restmülls als auch des Biomülls sollen teurer werden.

Landkreis Northeim – Das geht aus der Beschlussvorlage der Kreisverwaltung für die Sitzung des Abfallwirtschaftsausschusses am heutigen Dienstag hervor. Er tritt um 16 Uhr im Schulungszentrum der Kreisfeuerwehr in Northeim zusammen.

Es ist nach Angaben der Kreisabfallwirtschaft die erste Anhebung seit zehn Jahren. Allerdings werde damit das Gebührenniveau von 2010 noch nicht wieder erreicht. 2014 und 2017 hatte es Gebührensenkungen gegeben. Die Gebühr pro Abfalltonne richtet sich nach dem Volumen. 2010 betrug die Jahresgebühr beim Restmüll pro Liter 2,29 Euro. Nun soll sie um 13 Prozent von 1,87 auf 2,15 Euro steigen.

Beim Biomüll schlägt die Kreisabfallwirtschaft für die Beratung in der heutigen Ausschusssitzung eine Anhebung um 4,4 Prozent von 0,68 auf 0,71 Euro vor. Vor zehn Jahren wurden 0,73 Euro pro Liter fällig.

Bereits im vergangenen Sommer war für das Jahr 2021 eine Gebührenanhebung angekündigt worden. Die nun vorgeschlagene Steigerung ist allerdings deutlich geringer als noch damals von der Kreisabfallwirtschaft befürchtet.

Damals stand für den Restmüll eine 60-prozentige Gebührenanhebung im Raum. Hauptgründe waren Investitionen des Abfallzweckverbandes Südniedersachsen für die Umstellung der Abfallvorbehandlung in Deiderode von Nass- auf Trockenvergärung, die mit 21 Millionen dreimal so teuer werden soll, wies ursprünglich kalkuliert, sowie der Preisverfall für Altpapier, heißt es in der Beratungsvorlage.

Das Ergebnis der aktuellen Ausschreibung liegt laut Kreisabfallwirtschaft rund 70 Prozent unter den zuletzt erzielten Erlösen. Hinzu kommt, dass die Leistungen des Abfallzweckverbandes aufgrund einer Änderung des Umsatzsteuergesetzes wohl mehrwertsteuerpflichtig werden.

Auch diese Mehrkosten müssen durch die Müllgebühren gedeckt werden.

Nachdem in der Juni-Sitzung des Abfallwirtschaftsausschusses des Northeimer Kreistags auch die Möglichkeit diskutiert wurde, dass der Landkreis angesichts der explosionsartig steigenden Investitionskosten aus dem Abfallzweckverband aussteigen könnte, steht die Verfahrensumstellung nun noch einmal auf dem Prüfstand. Außerdem sollen die Investitionen in jedem Fall stärker aus Bilanzgewinnen des Zweckverbandes finanziert werden.

Bei der Beurteilung der Gebührensteigerung muss ferner berücksichtigt werden, dass die derzeitigen Gebühren nicht kostendeckend kalkuliert waren, um zuvor aufgelaufenen Gebührenüberschüsse abzubauen.

Das ist inzwischen geschehen. Olaf Weiss

Die künftigen Resstmüll- und Biomüllgebühren

So sollen sich die Gebühren im Landkreis Northeim verändern:

- Restmüll:

40-Liter-Tonne, vierwöchentliche Leerung: (bisher 37,40 Euro) künftig 43 Euro;

40-Liter-Tonne, 14-tägige Leerung: (74,80 Euro) 86 Euro;

60-Liter-Tonne: (112,20 Euro) 129 Euro;

80-Liter-Tonne: (149,60 Euro) 172 Euro;

120-Liter-Tonne: (224,40 Euro) 258 Euro;

240-Liter-Tonne: (448,80 Euro) 516 Euro.

- Biomüll:

80-Liter-Tonne: (bisher 54,40 Euro) künftig 56,80 Euro;

120-Liter-Tonne: (81,60 Euro) 85,20 Euro;

240-Liter-Tonne: (163,20 Euro) 170,40 Euro. ows

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