Wolbrechtshäuser Musikanten nehmen Übungsbetrieb auf

Musikschule darf starten

Musikerinnen auf der Terrasse des Dorfgmemeinschaftshauses Wolbrechtshausen
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Querflötenstunde unter dem Vordach des Dorfgemeinschaftshauses: Ausbilderin Lena Molthan übt mit Camille Domröse und Lara Ropeter (von links).

Im Dorfgemeinschaftshaus Wolbrechshausen-Hevensen ist wieder Musik zu hören.

Nach der dreimonatigen Coronapause hat zunächst nur die Musikschule des Musikvereins Wolbrechtshausen wieder mit dem Übungsbetrieb begonnen. Dabei gilt es strikte Auflagen zu beachten: So dürfen maximal vier Musiker zusammenspielen, und sie müssen einen Mindestabstand von zwei Metern anhalten.

Gedulden müssen sich noch die drei großen Klangkörper Wolbrechtshäuser Musikanten, Bigband Presto und das Jugendblasorchester, bevor sie in den Probenbetrieb wieder einsteigen dürfen. „Wir warten jetzt auf weitere politische Entscheidungen“, sagt Holger Froböse, der den insgesamt 250 Mitglieder starken Musikverein bereits seit 2000 führt.

Der Vorsitzende und seine Mitglieder sind froh, dass der aufgrund der Ansteckungsgefahr erzwungene Stillstand beendet ist. „Das war ein Schock für uns. Erstmal waren da andere Probleme wichtig wie Schule und Berufe. Und dann war unsere größte Sorge, wie wir die Mitglieder bei der Stange halten, weil ja alles abgesagt werden musste, von den Übungsstunden bis zu den Auftritten.“ Dabei galt der Blick von Froböse und Jugendwartin Wiebke Häßner insbesondere den rund 70 Kindern und Jugendlichen, die im Verein ausgebildet und umsorgt werden. Die jüngsten sind gerade einmal anderthalb Jahre alt, wenn sie zusammen mit ihren Eltern spielerisch Musik entdecken.

Aus dem Alter sind Leo (6) und Noah (5) heraus. Zusammen mit Wiebke Häßner üben sie an diesem Tag das erste Mal wieder nach der Coronapause das Spiel mit der Melodica. „Wir haben uns vermisst, weil wir uns so lange nicht gesehen haben“, sprudelt es aus den beiden auf die Frage heraus, wie es ihnen in den vergangenen Wochen ergangen ist.

Dabei haben sich die Musiklehrerinnen und -lehrer und die Vereinsverantwortlichen alle Mühe gegeben, den Kontakt und einen gewissen Übungsbetrieb aufrecht zu erhalten. Mittel zum Zweck waren dabei unter anderen Videokonferenzen mit Zoom und extra gedrehte Youtube-Videos. Dabei war Kreativität angesagt. Beispielsweise hat eine Gruppe einzelne Tonspuren aufgenommen, die dann hinterher zu einem Gesamtwerk zusammengeführt worden sind. Neueste Aktion: „Wir machen jetzt auch einen virtuellen Stammtisch“, sagt Holger Froböse.

In Wolbrechtshausen und Hevensen fällt das vergleichsweise leicht. Es gibt genügend internet- und technikbegeisterte Mitglieder, die helfen können und einen signifikanten Ausstattungsvorteil. Wiebke Häßner: „Wir haben ein modernes Glasfasernetz in beiden Dörfern.“ Doch die modernste Technik kann das persönliche Miteinander nicht ersetzen, zumal neben der Freude an der Musik die riesige Portion Gemeinschaftsgefühl der „Klebestoff“ für den Verein ist, um die Mitglieder zusammenzuhalten. „Viele sind seit ihren Kinder- und Jugendtagen dabei und jetzt deren Kinder“, berichtet Häßner. Was fehlt, sind zudem die Auftritte, weil alles abgesagt ist.

„Jedes Orchester braucht ein musikalisches Ziel“, sagt Holger Froböse. Das sorge für den nötigen Druck bei den Proben. Wenigstens die Big Band Presto hat noch eins: Ihre Swing-Nacht auf dem Hardenberg in der zweiten Jahreshälfte steht noch auf dem schmalen Terminplan.

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