170 Jahre altes Naturdenkmal

Nach Brand im Fokus: Krone der Dorflinde muss gestutzt werden

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Vor der Linde: Anlieger Karl-Heinz Klages unter dem Baum, dessen Krone jetzt gestutzt werden muss.

Gladebeck. Eine Linde auf dem Gladebecker Thie-Platz rückte in den Fokus der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises. In der Silvesternacht wurde das 170 Jahre alte Naturdenkmal von Unbekannten mit Raketen beschossen, was am 1. Januar zu einem Feuerwehreinsatz führte.

Die Stadt Hardegsen veranlasste umgehend die Überprüfung, ob der Brand einen negativen Einfluss auf die Stand- und Bruchfestigkeit hat. „Das Feuer ... und das eingesetzte Löschwasser haben keine Schäden am Baum hinterlassen“, heißt es im Gutachten, das der HNA vorliegt.

Die Untere Naturschutzbehörde hatte aufgrund des besonderen Standortes des Baumes ein weiteres Gutachten eines Baumsachverständigen eingeholt. Dieser hat laut Landkreis-Pressesprecher Dirk Niemeyer festgestellt, dass der Baum im unteren Bereich eine erheblich reduzierte Restwandstärke von zwölf bis 20 Zentimetern aufweise. Deshalb bestehe zumindest bei hohen Windstärken innerhalb der Vegetationsperiode keine ausreichende Bruchsicherheit. Um die Linde innerhalb des Ensembles erhalten zu können, empfahl der Gutachter zur Entlastung eine Kronenreduktion um etwa 35 bis 40 Prozent.

Der Landkreis hat auf Basis des Gutachtens eine Fachfirma mit der Ausführung der erforderlichen Sanierungsarbeiten beauftragt. Sie sollen voraussichtlich bis Anfang Mai ausgeführt werden. Die Kosten in Höhe von rund 300 Euro wird der Landkreis übernehmen.

Anlieger wie Karl-Heinz Klages, der direkt am Thie wohnt, sind froh, dass die Linde saniert wird. 1976 wurde dieser Baum bereits restauriert. Eine längere Hohlung wurde mit Gewindestangen gefestigt.

Auch Gladebecks Ortsbürgermeister Michael Selke begrüßte die Erhaltungsarbeiten. Er verurteilte aber das Abbrennen von Feuerwerkskörpern auf dem Thie und will sich im Orts- und im Stadtrat für ein von der Stadt offiziell erlassenes Feuerwerksverbot im Gladebecker Altdorfbereich einsetzen, ähnlich wie es in Hevensen und Hardegsen besteht. (zsv)

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