Nach zehn Jahren festgesetzte Steuern wachsen durch Zinsen ums 1,5-Fache

Northeim. Eine teure Überraschung: Weil das Finanzamt Northeim erst nach zehn Jahren endgültig über ihr zu versteuerndes Einkommen entschieden hat, hat sich die noch offene Steuerlast von Anne-Lise Eriksen um nahezu die Hälfte erhöht.

Dass sie 638 Euro Steuern nachzahlen muss, sieht die Nörten-Hardenbergerin ein. Dass sie auf diese Summe aber noch weitere 286 Euro Zinsen entrichten soll, ärgert sie massiv. Schließlich, so betont sie, liege es ja nicht an ihr, sondern am Finanzamt, dass erst jetzt ein endgültiger Steuerbescheid ergangen sei.

Strittig war ihre Nebentätigkeit als Sängerin und Vorleserin, die sie seit 2002 ausübt. Diese ist nun vom Finanzamt als Liebhaberei eingestuft worden, weil sie daraus keinen Gewinn erzielt, sondern insbesondere in den Jahren 2003 und 2004 Verluste ausgewiesen hat. Damals hatte die Sängerin, die seit vielen Jahren auch HNA-Mitarbeiterin ist, stark in ihre Ausstattung investiert und unter anderem eine Verstärkeranlage und ein E-Piano angeschafft.

Diese Kosten, die zunächst steuermindernd wirkten, werden damit im endgültigen Bescheid nicht mehr anerkannt. Die Folge: Anne-Lise Eriksen muss Steuern und Zinsen entrichten. Einen Antrag auf Erlass der Zinsen hat das Finanzamt nach zweimaligem Einspruch abgelehnt. „Da haben wir keine Chance“, bedauert der Leiter des Finanzamtes, Klaus Hoedtke von Werder, dass es in diesem Fall keinen Ermessensspielraumgebe. Die Zinsen seien gesetzlich festgelegt. Dagegen könnten Säumniszuschläge auf Antrag gemindert werden.

„Man muss sich selber kümmern“, rät Hoedtke von Werder in solchen Fällen. So könnte eine mögliche Steuerlast im Voraus bezahlt werden. Auch das Anmahnen einer Entscheidung des Finanzamtes sei möglich. Und was die Zinsen angeht: Wenn das Finanzamt nach einer Betriebsprüfung Steuern erstatten muss, werden diese zugunsten des Betriebes genau so verzinst, betont der Finanzamtschef. (ows)

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