Landrätin will Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen

Nächster Warntag im Kreis Northeim nur regional?

Sirene auf einem Hausdach
+
Fast alle Sirenen im Landkreis Northeim haben beim Warntag in der vorigen Woche geheult – nur drei blieben stumm.

Als wichtiger bundesweiter Probealarm war er angekündigt, der Warntag 2020 am 10. September. Doch die Umsetzung schlug fehl. Auch im Landkreis Northeim.

Landkreis Northeim - Northeims Landrätin Astrid Klinkert-Kittel möchte das Vertrauen der Bevölkerung zurückgewinnen. Deshalb beraten die beteiligten Akteure derzeit über einen eigenen Probealarm in der Region, losgelöst vom bundesweiten Warntag, heißt es in einer Stellungnahme der Kreisverwaltung auf Anfrage der HNA.

Größtes Problem war, dass die Warn-Apps, wie zum Beispiel Biwapp im Kreis Northeim, nicht um 11 Uhr angeschlagen haben. Als Ursache nennt das Bundesamt für Bevölkerungs- und Katastrophenhilfe die Tatsache, dass entgegen der Vereinbarungen 52 Meldungen durch verschiedene Behörden zeitgleich ausgelöst worden sind.

Dieser hohen Belastung habe das System nicht standgehalten.

Der Totalausfall der Warnapps sei deshalb bitter, weil sie für den Landkreis Northeim und die Kreisfeuerwehr das wichtigste Instrument zur Warnung der Bevölkerung darstellen, heißt es weiter. „Dieser Ausfall war vermeidbar und hat dem Vertrauen der Bevölkerung in die Warn-Apps massiv geschadet“, erklärt Holger Schulz, Leiter des zuständigen Fachbereichs Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis Northeim.

Ein Szenario, bei dem es eine bundesweite, zeitgleiche Alarmierung mehrerer Stellen geben würde, sei laut Einschätzung von Schulz eher unwahrscheinlich. Und auch bei Gefahren, die über einen lokalen Raum hinausgehen, sei nicht zu erwarten, dass mehrere Einsatzleitstellen genau zeitgleich Alarm auslösen und das System so erneut überlasten könnten.

Mit lokalen Hinweisen und Meldungen durch die Warnapp habe der Landkreis Northeim gute Erfahrungen gemacht und werde deshalb grundsätzlich daran festhalten. Der Service der App solle aber dahingehend ausgearbeitet werden, dass künftig auch ungeplante, kurzfristige Straßensperrungen angezeigt werden. Dazu finden aktuell Gespräche mit der Einsatzleitstelle, der Polizei und dem Kreisbrandmeister statt.

Neben der Warnung über die Apps ging es beim bundesweiten Warntag am vorigen Donnerstag aber auch um den Sirenenalarm.

Rund 200 Sirenen der Städte und Gemeinden sind inzwischen mit digitalen Meldeempfängern ausgestattet. Vor der Umrüstung konnten sie ausschließlich für eine Alarmierung der Feuerwehren eingesetzt werden. Jetzt ist zusätzlich eine Warnung und Entwarnung der Bevölkerung möglich.

Eine Sirenenwarnung kann dabei kreisweit erfolgen, aber auch für einzelne Ortschaften. Bis auf drei Anlagen, von denen Störungen gemeldet wurden, haben alle Sirenen ausgelöst. Dazu gehört unter anderem eine Sirene im nördlichen Bereich der Stadt Northeim.

Kreisbrandmeister Marko de Klein ist mit diesem Teil des Probealarms zufrieden: „In der letzten Woche konnten wir die Ansteuerung der umgerüsteten Sirenen erstmals testen. Technisch hat das einwandfrei funktioniert. Jetzt müssen wir prüfen, was konkret verbessert werden kann.“

Deshalb seien alle Ortsbrandmeister aufgefordert worden, zu melden, ob und wie der Sirenenalarm in ihren Orten erfolgt ist. In Abstimmung mit der Leitstelle wird Marko de Klein die Rückmeldungen auswerten und dabei auch die vielen Hinweise der Nutzer in den sozialen Netzwerken einfließen lassen.

Von Kathrin Plikat

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.