Windpark Hohnstedt

Neue Windräder geplant - Bürgerinitiative hat Sorge vor Nähe zur Ortschaft

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In Hintergrund würden künftig Windräder zu sehen sein: Die Bürgerinitiative aus Ahlshausen/Sievershausen wünscht sich eine öffentliche Diskussion und einen Abstand zu den Ortschaften von mindestens 1500 Meter.

Ahlshausen/Hohnstedt. Vier neue Windenergieanlagen könnten im Windpark Hohnstedt nördlich der Ortschaft entstehen. Die Planungen dafür wurden von der Umwelt Management AG aus Cuxhaven angeschoben – und das ruft jetzt eine Bürgerinitiative auf den Plan.

Seit Jahren trifft sich eine Gruppe von Einwohnern aus den Ortschaften Ahlshausen und Sievershausen sowie aus den umliegenden Ortschaften wegen der geplanten Errichtung von Windkraftanlagen. 

Die Nachkartierung in Sachen Artenschutz für den Rotmilan hat die Gruppe „vor neuen Anlagen Richtung Opperhausen gerettet“, wie sie selbst sagen. Doch jetzt gibt es neue Planungen, wie Ulrike Dolle und Siegfried Pinkepank, die Sprecher der Initiative, im Gespräch mit der HNA berichten. 

„Wir sind keine Windkraftgegner, allerdings ist uns der Abstand nach Ahlshausen zu gering“, sagt Pinkepank. Nach ihren Informationen sollen im sogenannten Windpark Hohnstedt vier 241 Meter hohe Windenergieanlagen geben. Mehrfach habe es Versammlungen mit Landeigentümern in Hohnstedt und dem Planungsunternehmen gegeben. Durch Zufall haben die Menschen in Ahlshausen, Sievershausen und Eboldshausen davon erfahren.

Zwei Kilometer Abstand

Die Distanz von knapp einem Kilometer zur Wohnbebauung ist ihnen dabei zu gering. 1500 Meter sei für die Gruppe absolutes Minimum, eher seien zwei Kilometer Abstand, wie sie in Bayern gelten, das Ziel der Bürger. Was die Gruppe kritisiert: „Landbesitzer werden mit beträchtlichen Summen angefixt, erst dann beginnt das öffentliche Verfahren“, so die Bürgerinitiative.

Die Menschen vor Ort seien in Sorge vor der Lärmbelastung, Infraschall, dem Schattenwurf und der weithin sichtbaren nächtlichen Beleuchtung. Dabei haben sie durchaus Erfahrung in Sachen Windkraft. Seit fast einem Vierteljahrhundert gibt es mittlerweile zwei Windenergieanlagen direkt am Ortsrand. „Anfang März haben wir von den Planungen erfahren und uns Mitte April an die Stadt Northeim gewandt, die davon noch nichts wusste“, sagt Siegfried Pinkepank. Dass sie von öffentlicher Stelle bislang überhaupt keine Informationen erhalten hatten, verärgert die Bürger.

Die Bürgerinitiative hat als Ziel, dass alle Betroffenen durch ihre Arbeit von den Planungen erfahren. Der Ortsrat, der am Mittwoch tagte, soll als Schirmherr für eine öffentliche Diskussion über das Für und Wider fungieren.

Die Bürger haben sich bereits mit Schreiben an die betroffenen Städte Einbeck und Northeim sowie die Gemeinde Kalefeld gewandt, auf deren Grund die Anlagen errichtet werden sollen.

„Wir mussten bereits viele Verluste hinnehmen wie die ICE-Trasse, den Verlust des Kindergartens und sämtlicher Geschäfte, die es mal gab“, erklären die Bürger. Dass Ahlshausen/Sievershausen weiter lebenswert bleibt, das ist ihr Ziel. 

Das sagt das Planungsbüro

Die zuständige Umwelt Management AG in Cuxhaven teilt auf HNA-Anfrage mit, dass sie, wie von der Bürgerinitiative beschrieben, aktiv war und die Projektvorstellungen den Grundstückseigentümern präsentiert habe. 

Geplant seien maximal vier Windenergieanlagen mit über 200 Metern Höhe und einer Leistung von vier bis 4,5 Megawatt. Insgesamt erwarte man eine Leistung von 40 Millionen Kilowattstunden auf der Fläche. Die Grundstückseigentümer hätten ihre Bereitschaft signalisiert, das Projekt mit der Umwelt Management AG zu entwickeln – grundsätzlich sei man aber noch am Anfang des Projektes. Gespräche mit Landkreis und der Stadt laufen, in einer Fachausschusssitzung der Stadt Northeim solle im August informiert werden. 

Wann die Anlagen errichtet werden können, das hänge von der neuen Raumordnungsplanung des Landkreises ab. Wenn die Stadt selbst eine Flächennutzungsplanänderung beschließe, könne schneller gebaut werden, ansonsten rechne man nicht vor 2024 mit den neuen Windenergieanlagen im Windpark Hohnstedt. 

Grundsätzlich, das betont Projektentwickler Wolfgang Berger im Gespräch mit der HNA, könne sich aber jede Gruppierung und jedes Gremium an die Umwelt Management AG in Cuxhaven wenden, um näher über das Projekt informiert zu werden.

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