In neuem Stall mehr Komfort für Schweine

Hollenstedt. Sie haben 20 Prozent mehr Platz, sie dürfen aus offenen Wasserstellen saufen, haben eine Klimaanlage, volles Tageslicht und Gelegenheit zum Spielen, die Ferkel im neuen Schweinemaststall des Hollenstedter Landwirts Alexander Markus.

Anfang Oktober ging der neue Stall, in dem der Hollenstedter als einer der ersten im Lande Schweine nach den Richtilinien des neuen Labels „Tierwohl“ mästet, in Betrieb. Seit voriger Woche ist er mit 900 Tieren voll belegt.

Alexander Markus und sein Vater August, der den Betrieb im vorigen Jahr an seinen 39-jährigen Sohn abgegeben hat, aber trotzdem noch mithilft, sind in der Präsentation dessen, was sie für rund 800 000 Euro in den vergangenen sechs Monaten auf die grüne Wiese gebaut haben, ganz offen. Erst vor zwei Wochen veranstalteten sie einen Tag der offenen Tür mit mehreren hundert Besuchern.

Zu verbergen haben die beiden Hollenstedter Landwirte nichts, im Gegenteil. Schließlich übertreffen die Haltungskriterien im Stallneubau, etwa 900 Meter entfernt vom Dorf, alle geforderten Mindeststandards für die Schweinemast, und das teils beträchtlich.

Lichtdurchflutet: Der neue Schweinemaststall des landwirtschaftlichen Betriebs Markus bei Hollenstedt bietet in drei Mastabteilen Raum für insgesamt 900 Tieren. Von der Decke hängen Spielzeuge, Rauhfutter zum Zupfen und Trinkbars. Fotos: Krüger/nh

Neben der Klimatisierung, dem Tageslicht und dem Mehr an Platz und Spielsachen gibt es zum Beispiel deutlich engere Spalten im Stallboden, Strohraufen zum Selbstpflücken und eigene Rückzugsabteile. Und das in allen drei Abteilungen, in denen Ferkel unterschiedlicher Altersstufen gemästet werden. Je 300 Schweine fasst ein Abteil, das 20 Meter lang und 15 Meter breit ist. Jedes Tier hat so rein rechnerisch 0,93 Quadratmeter Raum, gefordert sind nach der neuesten Tierschutzverordnung lediglich 0,75 Quadratmeter.

„Worauf es uns aber auch ankommt, ist die Tatsache, dass wir fast sämtliches Futter, das wir verfüttern, auch selbst produzieren“, sagt Alexander Markus.

Das passiere auf den 115 Hektar Ackerflächen, die zum Markus-Betrieb gehören.Verfüttert würden Gerste, Weizen und Ackerbohnen. Dazu komme zehn Prozent Soja, das gekauft werde.

Schweinemast computergesteuert: Betriebsleiter Alexander Markus (links) Seniorchef August Markus am Kontrollpult.

Schwere Handarbeit wie in vielen herkömmlichen Ställen bei der Fütterung noch üblich, gibt es innerhalb des Stalles kaum noch, alles läuft vollautomatisch und computergesteuert. Einen Schreibtisch-Job hat Landwirt Markus trotz Computersteuerung und Hightech natürlich dennoch nicht. Es bleibt genug zu tun, auch mit dem Hof im Dorf, der Arbeit auf dem Feld und den Fahrten zum Schlachthof ins 27 Kilometer entfernte Windhausen (Landkreis Osterode). „Mindestens zweimal täglich sind wir auch selbst im Stall zur Kontrolle. Alles lässt sich doch nicht über den Computer daheim oder das Smartphone machen“, lächelt Alexander Markus.

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.