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Neuer Booster gegen Covid: Angepasster Impfstoff für Personen ab 60 Jahren empfohlen

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Von: Josefin Schröder

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Eine neue Corona-Impfkampagne erwartet die Gesundheitsministerin im Herbst.
An die Omikron-Variante angepasste Impfstoffe stehen voraussichtlich ab heute 12. September in Northeim zur Verfügung. © Symbolbild: Marijan Murat/dpa

Diese Woche werden die gegen die Omikron-Subvariante BA.1 angepassten Impfstoffe von Moderna und Biontech/Pfizer in der Region erwartet. Das teilt das Gesundheitsamt mit. Doch wer braucht den Omikron-Booster jetzt?

Landkreis Northeim – „Die neuen Impfstoffe sind auf die Mutationen im Spike-Protein angepasst“, erklärt Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Ärztevereins Northeim und Allgemeinmediziner aus Moringen. Auch bei den angepassten Impfstoffen gelte, dass eine Impfung vor einem schweren Krankheitsverlauf schützt. Ganz zu verhindern sei eine Corona-Infektion aber nicht. „Im Idealfall funktioniert die Immunantwort bei einer Infektion aufgrund der Impfung so gut, dass das Virus gleich erkannt und bekämpft wird, und es zu wenig oder kaum Symptomen kommt“, sagt Boldt.

Einen Ansturm auf den angepassten Wirkstoff erwartet der Mediziner nicht. „Die Nachfragen sind gut im Praxisalltag zu bewältigen“, ergänzt Christoph Wolf, Allgemeinmediziner aus Volpriehausen. „Es gibt keinen Termindruck und Drängeln wie vor eineinhalb Jahren. Wahrscheinlich weil man nun auch ohne Impfung wieder am sozialen Leben teilnehmen kann“. Auch der Landkreis erwarte keine Engpässe, teilt die Kreisverwaltung mit.

Bisher empfiehlt die Ständige Impfkommission allen ab 60 Jahren eine vierte Impfung. Eine aktualisierte Empfehlung für die Omikron-Booster liegt noch nicht vor. Laut Boldt richtet sich dieser an Personen, deren Covid-19-Erkrankung oder -Impfung mindestens sechs Monate zurückliegt und die entweder  

Personen mit einer Immunschwäche zum Beispiel nach Transplantionen, durch Dialysebehandlungen oder Krebserkrankungen können die Impfung bereits nach drei Monaten erhalten. Sie könne zusammen mit der Grippeimpfung erfolgen. Doppelte Impfreaktionen seien dadurch nicht zu befürchten, versichert Christoph Wolf.

Auf den für den Herbst erwarteten Impfstoff, der an die Omikron-Subvarianten BA.4 und BA.5 angepasst ist, solle man nicht warten. „Es ist unklar, wann der Wirkstoff den niedergelassenen Ärzten wirklich zur Verfügung steht“, so Boldt. Außerdem fanden die wesentlichen immunologischen Veränderungen bei BA.1 statt, sodass auch jetzt bei einer Auffrischung eine gute Immunantwort entstehen könne.

Freie Kapazitäten für Auffrischungsimpfungen 

Wann die angepassten Impfstoffe in den Arztpraxen ankommen, ist vom jeweiligen Bestelldatum abhängig. Laut der Northeimer Kreisverwaltung haben die Impfteams ausreichend freie Kapazitäten. Es bleibe abzuwarten, wie sich die Nachfrage nach dem Omikron-Booster entwickele. Aktuell wird der Booster nur in den Arztpraxen sowie in den Impfstationen in Einbeck und Northeim angeboten, nicht aber von den mobilen Impfteams und in den Bussen. (jos)

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