Viele Hausärzte warten noch auf Stiko-Empfehlung

Noch kaum Drittimpfungen im Kreis Northeim

Ein kleiner Piks: Die Corona-Impfung.
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Impfung gegen Corona (Symbolbild).

Nur ganz wenige Ärzte bieten im Landkreis Northeim Auffrischungsimpfungen gegen Corona an. Der Landkreis macht das Angebot im Impfzentrum nicht.

Landkreis Northeim – Eine Dritt-Impfung gegen Corona zur Auffrischung wird im Kreis Northeim nur ganz vereinzelt von Hausärzten angeboten. Die Mehrzahl der Praxen ist noch nicht dabei.

Die Gesundheitsministerkonferenz hatte allerdings schon Anfang August beschlossen, dass ab 1. September allen über 80-Jährigen und besonders anfälligen Gruppen nach sechs Monaten eine Auffrischungsimpfung angeboten werden soll. In Bayern und Hessen werden solche „Booster-Impfungen“ von vielen Ärzten und in Impfzentren schon ausgeführt.

Der Landkreis Northeim als Träger des Impfzentrums und mobiler Impfteams sowie auch die meisten Hausärzte sind sich indessen einig, damit noch zu warten. Es fehlten entsprechende Landesvorgaben und vielen Ärzten vor allem eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko).

Das Impfangebot im Northeimer Impfzentrum, das noch bis 24. September betrieben wird, richte sich nach Landesvorgaben, heißt es von Landkreis-Sprecher Dirk Niemeyer. Aktuell lägen keine Erkenntnisse vor, ob und wenn, unter welchen organisatorischen Vorgaben, es bis Ende September noch Drittimpfungen geben wird.

Ab Oktober sollen laut Niemeyer zwei mobile Impfteams zum Einsatz kommen. Aber auch für deren Einsatz gebe es noch keinen konkreten Einsatzauftrag vom Land.

„Mit persönlich fehlen im Moment noch eindeutige wissenschaftliche Vorgaben und vor allem die Stiko-Empfehlung“, sagt Arzt Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Kreis-Ärztevereins.

Arzt Wolfgang Boldt, Vorsitzender des Ärztevereins Northeim

Auch wenn die Kassenärztliche Vereinigung Niedersachsen (KVN) empfohlen habe, dass Hausärzte mit Drittimpfungen mit mRNA-Impftsoff (Biontech) ruhig starten könnten, weil haftungsrechtlich und abrechnungstechnisch alles klar sei, werde er in seiner Praxis in Moringen mit den Booster-Impfungen noch warten.

Er, so Boldt gegenüber der HNA weiter, könne allerdings nicht für alle Hausärzte im Kreis Northeim sprechen. Nach seinen neuesten Informationen gebe doch schon einige Kollegen im Landkreis Northeim, die der Empfehlung der KVN gefolgt sind und Drittimpfungen verimpfen.

In einem Schreiben an seine Arztkollegen schreibt der Vorsitzende des Ärztevereins Northeim allerdings: „Da wir in den Praxen ja erst ab April angefangen haben zu impfen, stehen ja mögliche Auffrischungen für diese Patienten auch erst ab Oktober an.“

Boldt weiter: „Wir werden uns mit den anderen heimversorgenden Praxen beraten, um zumindest für die früh in den Heimen geimpften Patienten eine gemeinsame Strategie mit Patienten, Pflegedienstleitungen und Angehörigen zu besprechen.“ (Axel Gödecke)

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