Situation ärgert Lehrer, Schüler und Eltern

Noch zu wenig Schnelltests an den Schulen im Kreis Northeim

Schnelltest mit Zertifikat.
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Noch zu wenig Schnelltets in den Schulen. (Symbolbild)

Fehlende Corona-Schnelltests in den Schulen des Landkreises Northeim haben in der vorigen Woche und auch Anfang dieser Woche zu Unmut bei Schülern, Eltern und Lehrern geführt.

Northeim - Laut Landesverordnung sollen die Schulen ihren Schülern und Lehrkräften zwei Tests pro Woche ausgeben.

„Es waren einfach zu wenige Test-Kits angekommen, sodass in der vorigen Woche nur einmal getestet werden konnte und Anfang dieser Woche gar nicht“, beschwert sich zum Beispiel der Hardegser Ralf Gruber, dessen Tochter die Solling-Oberschule in Uslar besucht. Nachfragen beim Landkreis und bei der Landesschulbehörde hätten für ihn keine befriedigenden Antworten zur Lösung des Problems gebracht, außer, dass es wohl zu wenig Lieferungen gebe.

Das bestätigt auch die Northeimer Kreisverwaltung auf HNA-Anfrage. Die weist aber zugleich darauf hin, dass das Land für die Bestellungen und Auslieferungen zuständig sei. Nachfragen bei den Schulleitungen vor Ort hätten ergeben, dass es Probleme mit der Lieferung gibt. Bei mehreren Schulen habe nach den Osterferien nur ein Test pro Woche und Person gemacht werden können. Die Uslarer Sollingschule mit ihren 420 Schülern habe in der vorigen Woche nur 500 TestKits erhalten, was einschließlich der Lehrer nicht für zwei Tests pro Woche reicht.

Die Situation an der Schule habe sich allerdings mittlerweile entspannt, sagt Schulleiter Christopher Nickel. Man habe am Dienstag eine Lieferung mit 1000 Test-Kits erhalten, was für eine Woche reiche, zumal ja immer nur die Hälfte der Schüler im Präsenzunterricht sei. „Wir hoffen, dass das in den nächsten Wochen so bleibt“, sagt er und gibt zu, dass es wegen der verspäteten Lieferung leider zu einem „Testloch“ von einem Tag gekommen sei.

Der Landkreis weist darauf hin, dass er die Kritik aus den Schulen zum Anlass genommen habe, den Niedersächsischen Landkreistag (NLT) zu informieren. Dabei habe man darauf hingewiesen, dass die Belastung für die Schulen wegen der Abschlussprüfungen noch zunehmen werden. Der NLT solle bitte beim Land eine Verbesserung der Liefersituation erwirken. Zudem solle erreicht werden, dass für jede Person größere Gebinde mit Einzelpackungen vorgesehen werden, um längere Zeiträume abdecken zu können und den Organisationsaufwand an Schulen durch Umpacken von 25er-Großgebinden zu reduzieren.

Zugleich weist der Landkreis darauf hin, dass das in der Corona-Verordnung festgelegte Zutrittsverbot für nicht getestete Schüler zu ihrem Schulgebäude nur dann gelte, wenn der jeweiligen Schule auch genügend Selbsttests zur Verfügung stünden. Eine Unterversorgung mit Selbsttests führe also nicht dazu, dass Schüler ausgesperrt würden.

Deutlich mehr Lieferungen angekündigt

Von der Pressestelle der Landesschulbehörde in Lüneburg heißt es auf HNA-Anfrage, dass es wohl vereinzelt Anlauf-Probleme bei der Bestellung von immerhin 3,2 Millionen Test-Kits pro Woche für insgesamt 3000 Schulen gegeben habe. Zuständig sei das Innenministerium und das lasse die Tests über eine Zentrale in Hann. Münden ausliefern. Die Situation solle sich ab kommender Woche spürbar verbessern.

(Axel Gödecke)

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