Unterschriften wurden gesammelt

"Sinnloses Projekt": 1375 Menschen sind gegen den Nörtener Gewerbepark

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1375 Unterschriften gegen den Gewerbepark: Gerlinde Haller (links) übergab dem Ratsvorsitzenden Jürgen Stierand den Umschlag mit den Unterschriften der Gegner. Mit im Bild sind Bürgermeisterin Susanne Glombitza und Jürgen Beisiegel (BUND).

Nörten-Hardenberg. Widerstand gegen den geplanten Gewerbepark Leinetal: Gegner haben 1375 Unterschriften gesammelt. Die Kommunalpolitiker wollen sich dennoch nicht reinreden lassen. 

Die Gegner des zwischen Nörten-Hardenberg und Lütgenrode auf einer Ackerfläche an der B 446 geplanten Gewerbeparks Leinetal haben 1375 Unterschriften gegen dieses Projekt gesammelt. Die haben sie in einem Umschlag mit einer roten Schleife drumherum dem Ratsvorsitzenden des Gemeinderats und der Nörtener Bürgermeisterin zu Beginn der Ratssitzung übergeben.

Gerlinde Haller (Angerstein) erläuterte bei der Übergabe, dass 664 Unterschriften von Bürgern aus der Kerngemeinde stammen, 570 von Gegnern aus der Region. Sie appellierte an die Ratsmitglieder, die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen und denen mehr Informationen als bisher zukommen zu lassen.

Jürgen Beisiegel (Hardegsen) bezeichnete den Gewerbepark als „sinnloses Projekt“, das der Rat entgegen jeglicher Nachhaltigkeitsprämissen durchsetzen wolle und stellte den Investor als fragwürdig dar. Das wertvolle Ackerland dürfe nicht einer dritten Tankstelle, einer Fast-Food-Gastronomie und Verkaufsflächen geopfert werden.

Beisiegel prangerte an, dass es offensichtlich keine Bedarfsanalyse für die geplanten Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe gebe. Auch seien nirgends Zahlen zu den wahrscheinlich wenig einträglichen neuen Arbeitsplätzen dokumentiert.

Beisiegel, der dem BUND angehört, bedauerte, dass das Bewusstsein für den Wert der Böden bei den Ratsmitgliedern anscheinend nur sehr gering ausgebildet zu sein scheine. „Sie verschließen sich allen weitergehenden ökologischen und sozialen Argumenten oder ignorieren diese, Sie missachten die wertvolle Funktion des Bodens als Grundlage für unsere Lebens-mittelproduktion.“

Beisiegel sagte, es wäre begrüßenswert, wenn der Rat die Argumente nicht mit der fragwürdigen Begründung Gewerbesteuer, Arbeitsplätze und einem "es sind ja nur 3,5 Hektar" abtun würde.

Der Rat vertritt bei dem Projekt eine andere Einstellung. CDU-Sprecher Werner Thiele sagte, dass Nörten dringend sowohl neue Baugebiete als auch neue Gewerbeflächen brauche, damit sich die Kommune weiter positiv entwickeln könne.

Ratsherr Werner Vollmer (SPD) übte harsche Kritik an den Gegnern: "Wir müssen uns nicht sagen lassen, wie wir im Rat denken oder arbeiten sollen!"

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