Kommunalpolitik bewertet das geplante Wohngebiet „Am Schlosspark“ positiv

Neues Baugebiet in Nörten-Hardenberg: Politik hofft auf Zuzug von Familien

Schlosspark, Siedlung, Grünfläche Nörten-Hardenberg
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Auf dieser Fläche neben dem Nörten-Hardenberger Schlosspark soll ein neues Wohnquartier entstehen.

Das geplante Wohnquartier am Schlosspark Nörten-Hardenberg mit rund 150 Wohneinheiten aus Ein-, Mehrfamilien-, Doppel- und Reihenhäusern, das Carl Graf von Hardenberg sen. auf der rund sechs Hektar großen Grünfläche realisieren möchte, sorgt weiter für Diskussionen.

Nörten-Hardenberg - Während eine inzwischen gegründete Bürgerinitiative das Bauvorhaben komplett verhindern möchte, steht die kommunale Politik den Plänen von Hardenbergs überwiegend positiv gegenüber.

Graf von Hardenberg, der Eigentümer des Geländes ist, will die Planungs- und Erschließungskosten tragen und die Häuser und Wohnungen selbst vermarkten (HNA berichtete). Mit der Realisierung beauftragt wurde die EBR Projektentwicklung GmbH in Göttingen. Gebaut werden soll in mehreren Bauabschnitten, wobei für jeden Abschnitt nach Planungsreife eine Bauzeit von rund zwei Jahren vorgesehen ist.

Diese Bauzeit sieht zum Beispiel Werner Thiele, CDU-Fraktionsvorsitzender im Gemeinderat Nörten, als einen positiven Effekt an. Doch wie steht die Politik insgesamt zu den Plänen? Wir haben Thiele und die anderen Fraktionsvorsitzenden um ihre Meinung zu dem Bauvorhaben gefragt.

CDU

Für Werner Thiele steht zum Beispiel die Schaffung von Wohnraum für junge Familien als ein wichtiges Argument für das neue Baugebiet: „Sie müssten dann nicht in die Nachbarkommunen ausweichen“, so der CDU-Politiker. Den Bau in vier Abschnitten mit einer Gesamtdauer von acht bis zehn Jahren sieht Thiele ebenfalls als Vorteil, weil so die Infrastruktur immer wieder angepasst werden könne.

Auch aus ökologischer Sicht sei die Planung passend, weil das Gelände bisher nur als Parkfläche benutzt wurde. Und: Ein nicht unerheblicher Teil des Einkommenssteueranteils bleibe in der Gemeinde. Natürlich, so betont Thiele, werde es durch das neue Baugebiet unzweifelhaft auch mehr Verkehr in Nörten geben: „Darum müssen die neuen Kreisel im Bereich Bundesstraße 446/Göttinger Straße und Bundesstraße 3/Bundesstraße 446 umgehend realisiert werden. Mit dem Kreisel im Norden von Nörten wurde schon auf ein höheres Verkehrsaufkommen reagiert.

Insgesamt hofft Thiele auf eine positive Beeinflussung der demografischen Entwicklung im Nörtener Ortskern, da mehr junge Menschen in Nörten wohnen werden.

FBL

Durchweg positiv bewertet Hartmut Ehmen, Fraktionsvorsitzender der Freien Bürger-Liste (FBL) die Pläne für das neue Wohngebiet. „Nörten-Hardenberg hat durch die landschaftlich und infrastrukturell günstige Lage eine große Attraktivität für seine Einwohner. Das macht den Ort auch interessant für Gewerbebetriebe mit Arbeitsplätzen und in der Folge auch für Menschen, die in der Zukunft Wohnen und Arbeiten miteinander verbinden wollen. Der Gemeinderat ist der großen Nachfrage in der Kerngemeinde dadurch gefolgt, dass er in den letzten Jahren vorwiegend innerhalb des Ortes neue Bauplätze ausgewiesen hat. Da im Ortskern aber fast keine weiteren Flächen mehr zur Verfügung stehen und Altbausanierung die Nachfrage allein nicht decken kann, sind weitere Planungen erforderlich.“

Die jetzt ins Visier genommene Fläche zwischen dem Siedlungsgebiet aus den 1950/60er-Jahren und dem Schlosspark Hardenberg erscheine dafür geeignet, weil sie sich homogen an das vorhandene Ortsbild angliedere. Insgesamt gebe es eine gute Infrastruktur, Kinderhort, Tagesstätten und Schulen seien über kurze Wege erreichbar.

Ehmen: „In Zukunft wird der Trend weiter in Richtung Homeoffice gehen. Daher wird das Verkehrsaufkommen nur moderat ansteigen.“ Die Zuwegung zum neuen Wohngebiet über die Hofbreite zum Schlosspark würde dafür sorgen, dass die Anwohner aus den Siedlungen durch den Verkehr kaum betroffen wären.

„Unsere Gemeinde soll im Bereich Wohnen und Arbeiten attraktiv bleiben – für unsere Einwohner, aber auch für Neubürgerinnen und Neubürger. Wir brauchen Arbeitsplätze, die auch von den Menschen, die hier wohnen, genutzt werden können. Das ist aus unserer Sicht auch ein Beitrag zum Klimaschutz, weil wir viele Wege sparen können“.

Dr. Sarah Kimmina, stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Gruppe SPD/Grüne listet in ihrer Stellungnahme ebenfalls überwiegend positive Aspekte auf.

SPD/Die Grünen

„Die Gruppe SPD/Die Grünen sieht den Bedarf für die weitere Schaffung von Wohnraum im Gemeindegebiet. Wir halten es für wichtig, den Flecken weiterhin für Familien attraktiv zu halten. Das Baugebiet am Schlosspark, das sich nun in der Planung befindet, erscheint uns dafür gut geeignet.“

SPD und Grünen sei es wichtig, die Planung so zu gestalten, dass sich das Baugebiet gut in das Gemeindegebiet einfüge, indem die Anzahl der Wohneinheiten sinnvoll begrenzt werde und auch Flächen für soziale Kontakte vorhanden seien. Weiter wünsche sich ihre Fraktion dringend günstigen Wohnraum in Mehrfamilienhäusern, der den Bedürfnissen von Menschen mit geringerem Einkommen entspreche. „Eine sinnvolle und praktikable Verkehrsanbindung des Wohngebiets erscheint uns möglich, ohne dass es zu einer unzumutbaren Belastung in Nörten-Hardenberg kommen wird. Gleichzeitig ist es notwendiger denn je, mehr Menschen zur Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln zu bewegen und einen Individualverkehr ohne (eigene) Autos zu fördern.“

Die Schaffung eines neuen Wohngebiets gehe immer mit einer Versiegelung von Flächen einher, was grundsätzlich kritisch zu betrachten sei. Gleichzeitig sei aber zu berücksichtigen, dass es sich bei der Fläche am Schlosspark um eine Weidefläche sowie Parkfläche für Veranstaltungen handele. (kat)

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