Werden demnächst demontiert

Test in Nörten-Hardenberg: Die Ampeln bleiben aus

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Aus und vorbei: Die Probephase ist beendet, die Ampel in Nörten bleibt aus.

Nörten-Hardenberg. Die Testphase für die mobile Lichtzeichenanlage ist beendet. Die Bahn zahlt dafür 6000 Euro.

Jetzt ist es amtlich: Die für eine Testphase als Provisorium aufgestellten Ampeln an der B 3 in Nörten-Hardenberg im Bereich der Abzweigung zur B 446 bleiben abgeschaltet. Sie werden demnächst demontiert. Das bestätigte die für dieses Projekt zuständige Stadt Northeim auf Anfrage der HNA.

Selten hat eine Verkehrssituation so hohe Wellen geschlagen wie die Installierung dieser Ampelanlage. Dadurch sollte der Verkehr in diesem Bereich besser und sicherer gelenkt werden.

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Von besser, das stellte sich bereits am ersten Tag heraus, konnte absolut keine Rede sein. Der bis dato überwiegend reibungslos fließende Verkehr kam gewaltig ins Stocken. Lange Staus und schimpfende Autofahrer, die sogar nachts als einziger Verkehrsteilnehmer minutenlang vor den roten Ampeln warten mussten, waren die Folge. In den sozialen Medien bildeten sich spontan Gruppen gegen diese Ampelanlage, in denen die Kritik an dieser Maßnahme lauthals geäußert wurde. Die war in vielfältiger Form auf HNA-Online und der HNA-Facebook-Seite zu lesen.

Nach einer Testphase und der immer stärker zunehmenden Kritik an dieser Regelung haben die Verantwortlichen vor zwei Wochen die Reißleine gezogen. Die Ampeln wurden abgeschaltet. Dennoch wurde noch eine Tür offen gelassen und eine weitere Testphase ohne Ampeln für zwei Wochen ausgerufen.

Die Zeit ist jetzt herum. „Man hat festgestellt, dass der Verkehr ohne Ampeln besser läuft“, sagte der Stadtsprecher. Der beruft sich auf das Ergebnis von Vertretern von Polizei, Straßenbauamt und Landkreis, die die Situation in Nörten in Augenschein genommen hatten.

Was bleibt, ist ein bitterer Beigeschmack, den HNA-Leser Dr. Reinhard Hoppenreit aus Hardegsen in einer Stellungnahme so formuliert hat: „Hier wurden mit einer monströsen Ampelanlage Probleme geschaffen, die es zuvor nicht gegeben hat, und die es sicher nicht gegeben hätte, wenn die Experten offenbar ohne Not in den Verkehrsfluss eingegriffen hätten.“

Hoppenreit geht noch weiter. „Neben der deutlichen Umweltbelastung durch die verursachten Staus interessiert sich die Öffentlichkeit sicher auch für die Verschwendung von Steuergeld durch diese Fehlplanung.“

Die Kosten, soviel steht fest, trägt die Bahn, denn die Verkehrsregelung in Nörten hängt mit der Sperrung der Unterführung am Northeimer Bahnhof (Richtung Höckelheim) zusammen. Weil durch diese Maßnahme ein erhöhter Umleitungsverkehr in Nörten erwartet worden war, wurde dort die Behelfsampel aufgebaut. Der blieb jedoch aus.

Die Frage nach dem Verfahrensweg und den Kosten beantwortet die Sprecherin der Bahn AG, Sabine Brunkhorst (Hamburg), so: „Wir haben auf Anweisung der Verkehrsbehörde gehandelt. Die Ampelanlage war dabei eine zwingende Forderung.“ An Kosten seien durch die mobile Ampelanlage 6000 Euro entstanden - plus 80 Euro Betriebs- und Wartungskosten pro Tag.

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