Einwohner wollen Neubauten am Schlosspark verhindern

Angst vor Verkehrslawine durch neues Baugebiet in Nörten-Hardenberg

Das Gelände neben dem Schlosspark (rechts), das bei den Burgturnieren als Großparkplatz diente, soll bebaut werden.
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Das Gelände neben dem Schlosspark (rechts), das bei den Burgturnieren als Großparkplatz diente, soll bebaut werden.

Vor einer Verkehrslawine durch Nörten-Hardenbergs Innenstadt sowie vor einer Überlastung von Kitas und Schulen haben Einwohner den Bau-, Planungs- und Umweltausschuss des Fleckens gewarnt. Er befasste sich mit dem geplanten Baugebiet am Schlosspark.

Nörten-Hardenberg - 110 bis 120 Wohnungen sollen auf der sechs Hektar großen Wiese entstehen, die bisher teilweise bei Burgturnieren als Parkplatz diente. Zuletzt waren gut 150 Wohnungen anvisiert worden, führte die Göttinger EBR Projektentwicklung GmbH im Ausschuss aus.

Doch für die Gegner des Projekts, die überwiegend in der angrenzenden Siedlung wohnen, sind das noch immer zu viele. Sie fürchten eine Zunahme des Verkehrs auf der Burgstraße – und damit auch in der Innenstadt. Der Landkreis werde prüfen, ob die Kreisstraße das verkrafte, erklärte der Ausschussvorsitzende, Heinz Brandt (SPD).

Sorgen bereitet Anwohnern auch die zweite Anbindung des Baugebiets an die Hardenbergstraße. Sie befürchten dort einen Unfallschwerpunkt. Bürgermeisterin Susanne Glombitza (parteilos) versprach, das prüfen zu lassen.

Die Gegner erwarten zudem, dass der Zuzug junger Familien Kitas und Schulen überlastet. „Es hat auch Zeiten gegeben, in denen wir aufgrund geringer Geburtenzahlen über die Schließung von Kindergärten nachgedacht haben“, gab die Bürgermeisterin zu bedenken.

Bei Engpässen werde die Gemeinde die Kapazitäten erhöhen. Eine kleine Kita könne auf der sogenannten Gemeinbedarfsfläche entstehen, die der Investor, Carl Graf von Hardenberg, auf dem Areal zur Verfügung stellen müsse.

Für jede Wohnung werde es auf Wunsch des Verwaltungsausschusses jeweils zwei Stellplätze auf dem Grundstück geben, teilte der Projektentwickler mit. Zudem sollen 30 Besucherparkplätze entlang der Erschließungsstraße sowie 20 Stellplätze im südlichen Bereich entstehen. Dort sei außerdem ein Gemeinschaftsgarten vorgesehen.

Die geplanten Häuser sollen zweigeschossig gebaut werden, ein Geschoss weniger als anfangs vom Investor gewünscht. Um bei der Raumhöhe Spielraum zu haben, schlug der Projektentwickler eine Firsthöhe von elf Metern vor, doch der Ausschuss sprach sich für zehn Meter aus. Regenrückhaltebecken wird es im Süden und im Norden des Areals geben.

Der Ausschuss drängte zudem auf eine Verkehrsberuhigung der Erschließungsstraße und forderte, dass die Bebauung nicht näher als fünf Meter an die Kreisstraße heranrücken darf. Die Gemeinde wird die Pläne im Mai oder Juni bei einer Bürgerbeteiligung öffentlich auslegen. Später wird es eine erneute Beteiligung der Träger öffentlicher Belange geben. (zmc)

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