Axel Reuß ist neuer Fischereiaufseher der Gemeinde Nörten-Hardenberg

Auf Patrouille gegen Schwarzangler an der Leine

Patrouilliert künftig ehrenamtlich im Auftrag der Gemeinde Nörten-Hardenberg an der Leine: Fischereiaufseher Axel Reuß. FOTOS: MICHAEL CASPAR
+
Patrouilliert künftig ehrenamtlich im Auftrag der Gemeinde Nörten-Hardenberg an der Leine: Fischereiaufseher Axel Reuß.

Sogenannte Schwarzangler an der Leine aufspüren: Das ist eine der Aufgaben von Nörten-Hardenbergs neuem Fischereiaufseher Axel Reuß.

Nörten-Hardenberg - Reuß, Mitglied in der Nörtener Angelsportgemeinschaft, hat das Ehrenamt jetzt von Dietmar Henze übernommen, der es aus gesundheitlichen Gründen abgegeben hat.

Einstimmig hat der Rat des Fleckens Reuß Mitte Oktober ernannt. Eine Plakette mit der Aufschrift „Fischereiaufsicht im Einsatz“ und dem Niedersachsen-Ross schmückt nun die Windschutzscheibe des Autos des gelernten Zimmermanns. Mehrmals in der Woche fährt der Handwerker nun die Feldwege entlang der Leine zwischen der alten Nörtener Zuckerfabrik und der Leinemühle bei Sudheim ab.

„Schwarzangeln ist keine Bagatelle“, betont der Aufseher. Bis zu zwei Jahren Gefängnis drohen Gesetzesbrechern. Angeln darf in Deutschland nur, wer einen Sportfischereischein erworben hat. Bei dem Lehrgang dazu lernt der Angler, ein Tier waidgerecht zu töten oder es sachgerecht vom Haken zu lösen und wieder ins Wasser zu werfen. Benötigt wird zudem ein Gewässerschein, also die Erlaubnis, an einem bestimmten Ort die Angel auswerfen zu dürfen.

Die derzeit 88 Mitglieder der Angelsportgemeinschaft Nörten-Hardenberg/Sudheim zahlen jedes Jahr 100 Euro, um an der Leine für den eigenen Bedarf zu fischen. Sie erhalten zudem die Genehmigung der Feldmarksgenossenschaften, deren Wege am Fluss zu nutzen.

Die Vereinsmitglieder halten den Bereich entlang des Flusses sauber, sammeln unter anderem im Frühjahr bei einer großen Aktion wild entsorgten Müll ein. Sie setzen zudem kleine Forellen und Aale im Fluss aus, die sie dann später fangen.

„Es gibt immer wieder Bürger, die gegen die Regeln verstoßen“, weiß Reuß. Ausländer wüssten es zum Teil nicht besser, weil in ihrer Heimat nicht alles so durchreglementiert ist wie in Deutschland, fügt er hinzu. Dann klärt Reuß sie über die Vorschriften auf.

Manche Angler haben zum Beispiel eine Gastkarte, stehen aber an der falschen Stelle. Nur selten seien Personen bei einem Verstoß uneinsichtig, sagt Reuß. Wenn doch, ruft er die Polizei.

Vom Einsatz des Aufsehers profitieren nach seinen Worten auch die Landwirte: Sie ärgern sich natürlich, wenn jemand unerlaubt mit dem Auto über ihre Feldwege fährt oder auf ihren Wiesen parkt, auf denen sie Heu ernten wollen.

Reuß hält zudem den zuständigen Gebietsleiter des Leineverbands auf dem Laufenden, der für die Unterhaltung des Gewässers zuständig ist. Ihn informiert er, wenn ein Baum im Wasser liegt oder eine Böschung abgerutscht ist. Reuß, dessen Großvater und Vater bereits angelten, durfte mit zehn Jahren das erste Mal eine Angelrute in die Hand nehmen. Mit 14 Jahren machte er seinen Sportfischereischein.

Seither versorgt er die Familie regelmäßig mit frischem Fisch, den er auch selbst räuchert. Reuß hält sich gerne in der Natur auf, beobachtet am Fluss die Tiere, darunter auch Dachse und Biber. (Michael Caspar)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.