Unternehmen Henke-Sass Wolf verabschiedet Geschäftsführer

Glaslinsen: Aus Angerstein in die ganze Welt

Führungswechsel im Angersteiner Hightech-Unternehmen Henke-Sass, Wolf Mikrooptik (HSW): Dr. Ing. Ekkehard Heinrichs übernimmt die Geschäftsleitung.

Angerstein - Unter seinem langjährigen Vorgänger, Bernd Wiese, ist die Belegschaft von 60 auf heute 220 Mitarbeiter gewachsen. Hochpräzise Glaslinsen schleift und poliert das Unternehmen im Gewerbegebiet Area 3 – teils handwerklich, teils mit mehr als 50 hochmodernen CNC-Maschinen.

Zwischen 0,6 und zehn Millimetern sind die runden, halbrunden oder stabförmigen Gläser groß. Einige werden zu komplexen Objektiven zusammengeführt. Zum Einsatz kommen die Linsen in den Endoskopen, die der Tuttlinger Mutterkonzern, HSW, für Medizintechnikunternehmen fertigt.

Ärzte führen die Endoskope etwa bei Knie- oder Bauchspiegelungen in den Körper ein. Sie diagnostizieren so Krankheiten, entnehmen Proben oder operieren. „Die Qualitätsanforderungen an die Linsen steigen stetig“, berichtet Geschäftsführer Heinrichs. Die Herstellungsverfahren in den klimatisierten Räumen in Angerstein werden immer ausgefeilter.

Bei 80 Prozent liegt die Exportquote des Unternehmens. „Wir haben noch drei, vier größere Mitbewerber in Europa“, sagt Heinrichs. Die Konkurrenz in Asien, die Linsen vielfach presse, nicht schleife, erreiche noch nicht das nötige Qualitätsniveau. Mikrolinsenhersteller in den USA oder Russland seien stärker auf die Rüstungsindustrie ausgerichtet.

HSW wächst: „Die Corona-Pandemie hat für eine Delle gesorgt“, räumt der Tuttlinger HSW-Konzerngeschäftsführer, Dr. Markus Westhues, ein. In den vergangenen sechs Monaten seien allerdings so viele Bestellungen eingegangen wie noch nie in der Firmengeschichte. So sucht die HSW-Tochter in Angerstein zusätzliche Beschäftigte, Feinoptiker, die sie seit 20 Jahren auch selbst ausbildet, sowie Quereinsteiger, darunter Goldschmiede oder Zahntechniker.

Heinrichs, so die Geschäftsführende HSW-Gesellschafterin Kathrin McKenna, übernehme von Wiese „eine topaufgestellte Firma“.

Der gebürtige Göttinger hatte 1997 bei Nolte & Grzeszik angefangen. So hieß HSW Mikrooptik vor der Übernahme, die im gleichen Jahr durch den damals größten Kunden der Firma begann. Die Optiker Edgar Nolte und Gerhard Grzeszik hatten das Unternehmen 1966 gegründet. Wiese startete als Produktionsleiter. Nach der vollständigen Übernahme durch HSW im Jahr 2000 wurde er Geschäftsführer.

Als HSW am Standort Göttingen nicht mehr expandieren konnte, bot Northeims heutige Landrätin, Astrid Klinkert-Kittel (SPD), die damals Bürgermeisterin in Nörten-Hardenberg war, Wiese die Area-3-Fläche an.

HSW kaufte das 20 000 Quadratmeter große Grundstück 2012. Im Oktober 2013 lief dort die Produktion an. 2016 holte HSW die letzten Göttinger Mitarbeiter in das Werk an der Angersteiner Jochen-Busch-Straße, die nach dem HSW-Hauptgesellschafter benannt ist. (zmc)

Verabschiedung des scheidenden Geschäftsführers im Nörtener Burg-Hotel: Von links Dr. Ekkehard Heinrichs, Bernd Wiese, Astrid Klinkert-Kittel, Kathrin McKenna, Susanne Glombitza und Jochen Busch.

Rubriklistenbild: © Michael Caspar

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