Lange Debatte um Bauplanung

Neubaugebiet in Lütgenrode: Ortsrat will andere Zufahrt

Ein weiteres Neubaugebiet mit 34 Bauplätzen soll westlich des bereits in Bebauung befindlichen Neubau-Wohngebiets an der Espolde in Lütgenrode entstehen (auf dem Acker links). Es gibt Streit über die Zufahrt.
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Ein weiteres Neubaugebiet mit 34 Bauplätzen soll westlich des bereits in Bebauung befindlichen Neubau-Wohngebiets an der Espolde in Lütgenrode entstehen (auf dem Acker links). Es gibt Streit über die Zufahrt.

Widerstand gegen die geplante Zufahrt zu einem neuen Baugebiet in der Nörtener 300-Seelen-Ortschaft Lütgenrode prägte die jüngste Ortsratssitzung.

Lütgenrode - Nicht etwa die Wahl des Ortsbürgermeisters, die mit einstimmiger Wiederwahl von Eckhard Prommer (CDU) endete, sondern die Entscheidung des Ortsrats über das geplante weitere Neubaugebiet an der Espolde war das entscheidende Thema in der konstituierenden Sitzung des Ortsrates Lütgenrode.

Über 20 Zuhörer aus dem 300-Seelen-Dorf waren gekommen, um im „Sachsenross“ der Beratung über das Neubaugebiet zu folgen. Sam Ledderhose und Jan Mocha planen es mit 34 Bauplätzen südlich der Espolde und gleich westlich im Anschluss an das noch in Bebauung befindliche Baugebiet am Espoldering.

Planer Mathias Flörke vom Northeimer Planungsbüro Puche stellte die Planung vor und ging auf die Einwände ein, die insbesondere Anwohner eingereicht hatten. Hauptkritikpunkt dabei ist die vorgesehene Erschließung des weiteren Baugebiets. Sie soll seitlich von Osten über den Espoldering erfolgen, also der Ringstraße, die auch das östlich daneben befindliche Neubaugebiet erschließt. Die Bewohner befürchten eine zu starke Zunahme des Gesamtverkehrs mit Gefährdungspotenzial für die zahlreichen Kinder.

Ein deswegen angefertigtes Verkehrsgutachten widerspreche der Kritik, sagte der Planer. Es gebe durch das geplante Baugebiet in Spitzenzeiten nur 40 Autos mehr pro Stunde und insgesamt stündlich 100 Autos an der Einmündung der Hauptzufahrt zur Straße im Espelfelde, das seien nur zwei Autos pro Minute. Zudem seien überall in den Baugebieten verkehrberuhigte Bereiche mit Schrittgeschwindigkeit vorgesehen. Die Politik wolle zudem die Erschließung des neuen Baugebiets über den Espoldering.

In einer Sitzungsunterbrechung hielten etliche Zuhörer die Zahlen des Verkehrsgutachtens als deutlich zu niedrig angesetzt. Auch Ortsratsmitglied Walter Möhle (FDP) äußerte massive Zweifel an den Zahlen.

Der Ortsrat kam nach langer Debatte mit Mehrheit zur Beschlussempfehlung, die der alte und neue Ortsbürgermeister Eckhard Prommer formuliert hatte: Danach begrüße der Ortsrat ausdrücklich das zusätzliche Baugebiet, zumal dafür ein bislang im Flächennutzungsplan vorgesehenes Neubaugebiet östlich der Siedlung Am Wiesenweg aufgegeben werde.

Der Ortsrat fordert jedoch eine andere Erschließung des neuen Baugebiets, und zwar über die Baustraße, die ohnehin erstellt wird und die nördlich am Baugebiet Espoldering vorbei nahe der Espolde verläuft. Diese Straße soll erhalten bleiben und später als Haupterschließungsstraße dienen. Sie liegt zwar im Überschwemmungsgebiet, falls sie einmal unpassierbar sein sollte, dann könnte die Zufahrt ja über den Espoldering erfolgen.

Mit den Einwendungen zum Bebauungsplan für das weitere Baugebiet in Lütgenrode werden sich auch noch der Bauausschuss des Fleckens und dann der Rat beschäftigen. (Axel Gödecke)

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