Betrug mit Mobilfunkverträgen

34-Jähriger Nörtener von Amtsgericht verurteilt

Smartphone in der Hand eines Nutzers (Symbolbild)
+
Smartphone in der Hand eines Nutzers (Symbolbild)

Das Northeimer Amtsgericht hat einen 34 Jahre alten Einwohner Nörten-Hardenbergs wegen gewerbsmäßigen Betrugs zu einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und zehn Monaten verurteilt.

Northeim - Weil der Angeklagte nicht vorbestraft war, wurde das Urteil zur Bewährung ausgesetzt. Zusätzlich erhielt der Mann als Auflage die Verpflichtung, gemeinnützige Arbeit im Umfang von 100 Stunden zu leisten, teilte der Sprecher des Gerichts, Richter Christian Bode, mit.

Die Anklage hatte dem Mann vorgeworfen, in 20 Fällen Mobilfunkverträge abgeschlossen und dabei den Namen seiner Mutter ohne deren Einverständnis verwendet zu haben. In fünf weiteren Fällen soll er Mobilfunkverträge auf seinen eigenen Namen abgeschlossen zu haben. In keinem der Fälle habe er die Rechnung beglichen. Schadenssumme rund 22 800 Euro.

Mit dem Geld, das der Angeklagte mit dem Verkauf der Geräte verdiente, hat er nach Darstellung des Gerichtssprechers im Internet gezockt. Die ganze Sache kam heraus, weil seine Mutter wegen der Verträge Zahlungsaufforderungen und Mahnungen erhielt. Daraufhin stellte die Frau ihren Sohn zur Rede. Der Mann habe die Vorwürfe eingeräumt. Die Mutter ging daraufhin mit ihm zu einem Anwalt, der in ihrem Auftrag Anzeige erstattet habe.

Auf die Frage des Richters, wie der Angeklagte den Schaden wieder gutmachen wolle, habe er gesagt, er wolle ein Insolvenzverfahren beantragen. Auf den Hinweis, das ginge nicht, habe er nur mit den Achseln gezuckt. Als Einkommen erhalte er monatlich 500 Euro Erwerbsunfähigkeitsrente.

Der 34-Jährige war im Alter von drei Jahren vom Zug überfahren worden. Mit einem Riesenglück kam er mit Schädelhirntrauma und einem Beckenbruch davon. Jetzt ist er mit 70 Prozent schwerbehindert, könnte nach Auffassung des Gerichts aber durchaus einer Arbeit nachgehen. Das tut er aber offensichtlich nicht.

Vor seinem Unfall hatte er seinen Vater das letzte Mal gesehen. Seine Mutter hat ihn daraufhin „verhätschelt“, hieß es. Aus der Beziehung habe er sich nicht gelöst. Er blieb auch als erwachsener Mann bei ihr im Haus wohnen. (Hans-Peter Niesen)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.